Moin,
es gibt mal wieder Neuigkeiten aus dem schönen NZ. In kurz: Ich habe Blenheim verlassen, eine 99%ige Chance auf Arbeit in Northland und haue morgen ab in Richtung Wellington/Auckland/Kerikeri.
Im Moment befinde ich mich gerade in Nelson. Das ist eine Stadt gut 100km nordwestlich von Blenheim. Mit schönem Wetter am Tag, Wolken am Abend und ohne Regen an fast 300 Tagen im Jahr. Und im Gegensatz zu Blenheim ist die Stadt schön. Die Tatsache, dass ich hier bin, muss ich erstmal umständlich erklären. Zwei Finninnen, die ich von meiner ersten Arbeit in Northland kenne, arbeiten auf einem Vineyard in Motueka, das ist hier in der Nähe. Und weil die einige Tage frei hatten, sind die nach Nelson gekommen, da Motueka sehr klein ist. Mit den beiden steh ich über Facebook immer noch in verbindung, also haben wir uns getroffen. Montag war ja der vorerst letzte Tag der Ernte und der Chef hat uns gesagt, dass es den Rest der Woche keine Arbeit gibt. Also habe ich beschlossen, mir eine kleine Abwechselung zu gönnen und hierhinzufahren. 200km sind nicht so viel und ob ich das Hostel hier oder in Blenheim bezahle ist egal. Leider kam der Chef schon Dienstag um kurz vor 10 zum Hostel. Ich hab gerade meine Sachen ins Auto gepackt und der hat uns gesagt, dass ab heute (Mittwoch) doch wieder Arbeit vorhanden ist. Blöd für mich, aber da war schon alles organisiert.
Hier in Nelson habe ich mich um einen neuen Job gekümmert, ein paar Leute angerufen und ein paar Mails geschrieben. Heute Mittwoch habe ich eine Antwort bekommen, dass ich mit grosser Wahrscheinlichkeit einen Job habe, wenn ich am WE in Kerikeri bin, das ist eine Kleinstadt an der Bay of Islands. Da muss ich dann die naechsten Tage erstmal 600km fahren, aber haette ich soweiso, wenn ich Meike aus Auckland abhole. Das erstmal zu meinen Plänen. Mein Hostel hier in Nelson ist schön. Nicht unbedingt das sauberste, aber ganz ok. Gerade die Toiletten und Duschen sind sehr sauber, die Küche geht so, die Räume eher nicht. Aber kein Vergleich zu dem in Blenheim. Wenn ich die beiden Hostels schon vergleiche, muss ich noch eines dazu sagen. Die meisten Hostels sind Zweckbauten, also Baracken, die errichtet wurden, um Hostels zu sein. Aber einige sind umfunktionierte "normale" Häuser. Das ist hier so. Ein alte Villa mit 3,50m hohen Stuckdecken und in dunklem braun gehalten. Da mache ich gleich erstmal ein paar Fotos. Wir haben sogar einen Kamin im Zimmer, aber der ist out of order. Trotzdem komplettiert der die Atmosphäre. Und Frühstück ist im Preis inbegriffen. Habe ich noch nie gesehen, aber schön. Kein Buffet, aber alles, was man braucht. Brötchen mit Margarine, Marmelade und Honig, vier verschiedene Arten Müsli/Cornflakes mit Milch und Kaffee. Das Hostel steht am Hang direkt an der Hauptstraße, aber weil davor einige Bäume und andere Häuser stehen, ist es ganz ruhig. Es gibt zwei Terassen, einen riesigen Balkon. Schön.
Was noch? Montagabend haben wir eine große Feier in Blenheim gemacht. Wir dachten ja alle, dass wir die Woche frei haben. Und weil wir das WE gearbeitet hatten, haben wir unser eigenes WE gemacht. Erzählenswert ist hauptsächlich Richard. Ein Neuseeländer, mit dem ich bisher nicht zuviel zu tun hatte. Der hatte etwas getrunken und geraucht und ist dann richtig aufgedreht. Der hat hat früher Sitcoms und Comedysendungen fürs Fernsehen geschrieben, war dann Radiomoderator und hat sich jetzt erstmal ein paar Monate Pause gegönnt. Ich weiß gar nicht, wie ich den erklären soll. Ein Deutscher hat fast soviel Blödsinn geredet wie Richard, Hamed. Und der Dialog ging über geschätzte drei Stunden. Alle Leute am Tisch hatten Schmerzen im Bauch vor Lachen. Wobei Hamed nur witzig reden kann und Richard etwa 20m² für seine Darbietungen braucht.
Morgen gehts nach Wellington, dann nach Northland und da habe ich wieder Sommer. Hier regnet es zwar fast nie, aber dort ist es wärmer. Erstmal dahin und dann weiterschauen.
Jetzt muss ich packen.
Vielleicht hoert sich der Artikel etwas konfus an, ich hab den im Hostel geschrieben, dann in der Buecherei korrekturgelesen und online gestellt und jetzt im Internetcafe nochmal etwas veraendert, weil das Format nicht i.O. war. Deshalb sind auch einige Umlaue enthalten und bei anderen Passagen nicht.
Es tut mir ausserordentlich leid, dass ihr beim Lesen manchmal etwas querdenken muesst. Mein Kopf fuehlt sich auch etwas konfus an. Keine Ahnung, was mit mir los ist. Ich habe die beste Laune, die man sich wuenschen kann, trotzdem fuehle ich mich, als wenn eine Grippe im Anmarsch waere und kann keinen klaren Gedanken fassen.
Chriss