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Unterwegs nach Blenheim

Moin,
 
hier ein Artikel über mein neues Leben mit geregeltem Tagesablauf. Nachdem wir drei Tage gefeiert haben, haben wir Samstag erstmal gefeiert. Und danach hab ich mit großen Glück und unerwarteterweise einen Job gefunden. Und dort arbeite ich jetzt wahrscheinlich die nächsten Wochen.
Jetzt in lang.
Samstag war ein mieser Tag. Erst gings nicht ganz so gut, weil ich zwei tage vorher Geburtstag hatte und dann hat nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Leider habe ich im Moment keine Karte vor mir und bin auch nicht im Netz, deshalb kann es sein, dass die Ortsangaben manchmal nicht ganz korrekt sind. Allerdings glaube ich, dass es sowieso keiner nachprüfen würde. Als erstes wollten wir nach Hamner Springs, weil es dort heiße Quellen gibt. Maik und Marcus wollten da drin schwimmen. Die heißen Quellen beschränkten sich allerdings auf ein Heilbad. Also mit Eintritt und so. Außerdem war die ganze Stadt nicht so unser Fall, ein Rentnerbad eben. Und einige jüngere Leute, die etwas auf sich halten und viel Geld haben.
Ein Anhalterpärchen, das ich mitgenommen habe, hat uns etwas von heißen Quellen im Wald erzählt, die haben wir dann gesucht. Die beiden Anhalter sind auch mitgekommen und wir sind 100km gefahren und haben die nicht gefunden. Toll, also wieder 100km zurück. Dazwischen haben wir uns noch etwas umgesehen in der Landschaft, aber auch nur eine halbe Stunde. Also erst die falsche Stadt, dann 200km für nichts.gefahren und immer noch kein Platz zum Schlafen. Maik und Marcus konnten ja immer im Camper schlafen, aber ich brauche ein Hostel oder ein Patz für das Zelt. Allerdings hat sich dann das Blatt gewendet und das Glück wurde uns holder. Zum Schlafen sind wir nach Rothergram gefahren. Ein winziges Dorf im Nichts. Wussten wir aber nicht. Das einzige Hotel, das auch gleichzeitig Shop und Bar war platze aus allen Nähten, geschätzte 2.000 Leute, während das Dorf nicht größer als 500 Einwohner sein kann. Auf jeden all war da eine riesige Party mit Live-Musik und allem drum und dran. Natürlich war das Hotel auch ausgebucht, aber die haben im garten einen Platz für Wohnmobile und Zelte, fast umsonst. Und das Bier auf der Party war auch fast Ladenpreis. Leider haben wir uns gefühlt wie Fremdkörper, irgendwie kannten sich da alle untereinander. Aber witzig war es trotzdem. hat mich irgendwie an Landjugendfest in Langen erinnert, für alle die aus Lingen kommen. Nur mit einem 15 Jahre höherem Durchschnittsalter. Ein sehr witziger Abend.
Sonntag sind wir weitergefahren, wollten nach Blenheim, haben aber noch kurz in ??? angehalten und sind einige Stunden üb er Klippen und Berge geklettert, Landschaftsfotos gemacht usw.. Dann habe ich ein Hostel angerufen, um ein Bett zu haben. Ich hab den Typen nur gefragt, ob der ein Bett im Dorm für eine Nacht frei hat. Und der hat mich gefragt, ob ich einen Job suche. Montag könnte ich anfangen. Zur Erinnerung, es war Sonntagabend. Ich hab mir bis zur Ankunft da Bedenkzeit genommen, das mit den anderen abgesprochen, aber da konnte ich einfach nicht nein sagen. Ohne jegliche Anstrengungen einen Job zu finden, das Angebot war zu verlockend, vor allem, weil ich mir ja sowieso zwei Tage später einen Job suchen wollte. Also sind wir abends in Blenheim angekommen, ich hab eingecheckt und die beiden anderen sind weitergefahren. Das Hostel an sich ist ganz schön schäbig. Küche, Räume, Bad. Mir ist aufgefallen, dass die dreckigsten Hostels immer die "Arbeitshostels" sind. Also die Hostels, in denen die Leute zum Arbeiten über mehrere Wochen oder sogar Monate bleiben. Aber ich denke, dass ich trotzdem bleibe. Bei Ray war es bedeutend schlimmer und es ist echt günstig. Hier habe ich auch Kathrin wiedergetroffen, rein zufällig (die Deutsche, mit der ich rumgereist bin), aber die ist schon in ein anderes Hostel umgezogen, weil sie es sauberer haben wollte. Die Stadt Blenheim habe ich noch gar nicht wirklich gesehen. Sonntag bin ich angekommen, Montag musste ich alles mögliche machen, weil ich gar nicht darauf eingestellt war, irgendwo lange zu bleiben und heute ist Dienstag. Ich bin froh, dass ich etwas relaxen kann. Die Arbeit auf dem Vineyard ist langweilig und unterbezahlt, aber das ist hier quasi jeder Job. Gestern musste ich die grünen Trauben von den Pflanzen abreißen. Die tragen unglaublich viel Trauben, aber etwa die Hälfte bleibt grün und reift nicht. Und damit die nicht verfaulen, müssen die abgerissen werden. Im Akkord. Und jetzt beschneide ich die Pflanzen. Im Traubenessen bin ich dekadent geworden, ich esse weder die Schale noch den Kern. Nur den Saft und das weiche Fruchtfleisch. Nja, egal, Arbeit eben. Was gibts denn sonst noch? Ich glaube nicht viel. Ich habe eine Arbeit, in der ich für die nächsten Wochen arbeiten und etwas Geld verdienen kann. Und möglichst wieder einen normalen Tagesablauf bekommen kann. Arbeiten, essen, gesund leben, Sport... Normal eben. Fotos kommen auch, aber ich weiß nicht, genau, wann ich die hochladen kann, ich probiers gleich, aber die Internetverbindung ist irgendwie komisch. W-Lan, gutes Signal, gute Verbindungsraten, aber manchmal bricht die einfach ab, oft sogar.
Weitere Pläne gibts auch nicht. Aber ich melde mich bald wieder, wenn ich mehr über die Arbeit oder die Stadt weiß. Da gibts bestimmt auch Interessantes zu erzählen.
 
Bis bald.
 
Chriss
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