Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest euch allen,
hier mal wieder die neuesten Geschichten. Ich hatte im letzten Artikel vergessen, über neuseeländische Verkehrsverhältnisse für Fahrradfahrer zu meckern. Hier fährt kaum einer Fahrrad. Viele richtige Radsportler gibt es wohl, die mit ihrem Trikot und Hi-Tech-Rädern rumfahren, aber zum Rumfahren benutzt der gemeine Neuseeländer kein Fahrrad. Das hat natürlich zur Folge, dass die Autofahrer absolut nicht auf Fahrradfahrer gefasst sind. Die schätzen einen ganz falsch ein. Und abgesenkte Bordsteine braucht man ohne Fahrradfahrer auch nicht. Vielleicht noch für Rollstuhlfahrer, aber deren Anzahl hält sich ja zum Glück in Grenzen. Und als drittes ist Auckland zwar eine Stadt am Meer, aber weil sie komplett auf erloschenen Vulkanen errichtet ist, sind überall Berge. Auch schwierig für Fahrradfahrer. Genug gemeckert, jetzt kommen gute Geschichten.
Ich musste meinen Raum wechseln. Hatte ich ja geschrieben, dass ich aus meiner "WG" in ein Mehrbettzimmer umziehen musste. Glücklicherweise bin ich aber immer noch alleine in dem Zimmer. In dem Hostel wohnen einen Menge Leute, die für lange Zeit hier sind und die fahren natürlich über Weihnachten und Neujahr nach Hause zu ihren Familien. Aber einige sind noch hier, so dass es nicht langweilig oder einsam wird. Mein jetziges Zimmer ist quasi auch in einer WG, aber es ist ein Vierbettzimmer. Davon gibts acht Stück und wir teilen uns eine große Küche mit Aufenthaltsraum, TV, Balkon, Bar... Aber bei 32 Leuten hält sich die Sauberkeit natürlich in Grenzen. Da musste ich erstmal meine Sachen saubermachen. Laken, Kissen, Schrank, Kühlschrank. Aber war auch nur eine halbe Stunde Arbeit.
Ich wohne direkt am Hafen, somit ist es nicht weit zum Wasser. Gestern bin ich dann mal am Wasser entlanggegangen, ist ein schöner Ausblick. Dann bin ich noch in eine Unterwasser Antarktiswelt gegangen, aber das war nicht so toll. Ich hab davon viel gelesen, in allen Reiseführern wird das als "die" Attraktion in Auckland angepriesen. Aber wir drei Bruns-Geschwister waren vor einigen Jahren im Sealife Oberhausen. Und das war viel größer, schöner, beindruckender. Aber ich denke, dass es nur der Vergleich macht, dass ich nicht beeindruckt bin. Ansonsten war es schon gut. Vor allen haben die hier eine große Pinguinkolonie. Die ist gut.
Abends haben wir mit den Leuten, die hier übrig sind gekocht. Ein Typ aus Brasilien (Leonardo) kocht gerne. Und wir haben gestern gemerkt, dass er es auch richtig gut kann. Ich denke, dass es ein würdiges Festtagsmahl war, egal was ihr jeweils für Bräuche habt an Weihnachten (Fondue, Raclette, Gänsebraten, Forelle...). Und danach saßen wir dann noch zusammen, haben Bier getrunken und so weiter. War ein richtig guter Abend. Heute war dann folgerichtig auch nicht viel los mit allen. Lange geschlafen, Küche aufgeräumt... Eben rumhängen.
Und jetzt habe ich es zum ersten mal aus dem Haus geschafft, aber auch nur bis ins Internetcafe. Hab ich das erzählt? Im Hostel gibts zwar W-Lan, aber man muss dafür bezahlen. Das geht aber nur per Prepaid. Für 3$ bekommt man eine Karte mit einer 17stelligen Nummer, mit der man sich für eine Stunde einloggen kann. Wenn ich dann aber 20 Minuten im Internet bin, schaue ich alle 3 Minuten nach, wie lange ich noch habe. Nervig. Da lobe ich mir doch das Internetcafe. Hier kostet es sogar weniger, wenn man seinen eigenen Rechner mitbringt (2$/h). Und man bezahlt wie überall anders eben am Ende die Zeit, die man wirklich im Netz war. Außerdem haben die Schreibtischstühle, vernünftige Tische extra für die Rechner. Ist ganz allgemein schöner als im Hostel.
Eben hab ich auch noch den Typen angerufen, der mir das Auto verkaufen will, das geht hoffentlich auch klar. Ich hab ihm klargemacht, dass ich das Auto wirklich und unbedingt haben will, wenn es das hält, was er verspricht. Zwei Leute haben sich gemeldet, dass sie mitwollen zum Big Day Out. Mit einer Frau treffe ich mich morgen, der andere Typ ist noch in Deutschland, aber will auch mit.
Läuft
Das wars, denke ich. Fotos gibts auch, aber nur wenige, wie immer. Der Platz muss ja für die nächsten Monate reichen.
Euch allen noch ein frohes Fest und wir lesen uns.
Chriss