Moin,
es ist Zeit für das Fazit China. Hier ist es gegen 5 Uhr nachmittags und um 11 fliege ich nach NZ. Die letzten Tage hier habe ich mit Sightseeing verbracht. Die große Mauer kennt ihr ja schon, gestern war ich im Temple of heaven und heute in zwei Parks direkt an der verbotenen Stadt. Zu erzählen gibts da nicht viel. Es war wie alles hier eindrucksvoll, schön und interessant, die Parks sind auch schön angelegt, aber Bilder wollt ihr davon wohl nicht haben. Bilder von Parks sind für jemanden, der nicht dort war eher langweilig und die Tempel selber... Wie schon gesagt, die Gebäude haben alle den gleichen Stil. Und um die Kleinigkeiten zu erkennen, müsste ich alles, was ich auf den Schildern dazu gelesen habe, dazuschreiben, denn man erkennt es nicht. Oder besser: Ich erkenne das nicht auf den ersten Blick und schon gar nicht, was es bedeutet. Und ich hatte ja gesagt. Hier bedeutet alles irgendetwas. Vielleicht noch zum Temple of heaven: Die haben hier vor einigen hundert Jahren einen riesigen Park hingesetzt mit vielen schönen Gebäuden und Tempeln und haben den genau einmal im Jahr genutzt, um ihren Gott zu preisen, um gute Ernte zu bitten und die letzte Ernte zu danken. Naja, wers hat...
Gestern habe ich einen Typen zum Flughafen gebracht, weil ich so nett bin. Der kommt aus Texas und hat sich hier was eingefangen. Quasi Magen/Darm in heftig. Er glaubt, dass es was mit dem Essen zu tun hatte, ich glaubs auch, aber man weiß es natürlich nicht. Fördert nicht gerade das Vertrauen in die chinesische Küche, vor allem, weil man in Europa sowieso so seine Meinung dazu hat. Naja, der Typ ist nach Shanghai geflogen und an seiner Stelle wäre ich nicht geflogen. Der sah aus wie der Tod. Wenn er erstmal stand, gings, aber das Aufstehen vom Sitzen hat etwa zwei Minuten gedauert. Ungut, naja und weil der mich mit seinem ständigen Stöhnen und Übergeben während des Packens sowieso wach gemacht hatte, bin ich eben mitgefahren. Außerdem habe ich ihm das nicht zugetraut, alleine klarzukommen, so schwach wie der war. Und ich konnte auf dem Rückweg gleich sehen, wo ich jetzt gleich hin muss. Es gibt einen Flughafenshuttle als U-Bahn. Günstig, schnell und eben an das U-Bahn-Netz angeschlossen.
Zur U-Bahn gibt es auch noch was zu sagen: Die ist gut ausgebaut, günstig und effizient. Nur das mit der Ausschilderung müssen die nochmal überdenken. Auf den Karten ist zwar ein Plan drauf, aber auch große Flächen mit Werbung über dem Plan. In den Bahnen hängen die richtigen Schilder, die man sich aber merken muss, weil die nicht an den Stationen hängen. Dort stehen nur die Haltestellen der jeweiligen Linie, die an der Haltestelle fährt. Schon etwas nervig, aber da ich ja ein aufgeschlossener Mensch mit Orientierung bin, klappt das ganz gut. Und bei etwa 10 Linien ist das noch übersichtlich.
Jetzt das Fazit: Es war gut. China versteckt das Elend gut auf dem Land abseits der Touristen. Über Menschenrechte und freie Meinung darf man eben nicht nachdenken, dann gehts. Peking selber ist eine moderne Großstadt mit allem was dazu gehört, aber auch mit unglaublichen Kulturgütern. In meiner Woche Peking war ich jeden Tag woanders und ich denke, dass ich das noch zwei Monate weiterführen könnte. Und da sind Museen noch nicht eingeschlossen. Dass China viele Menschen hat ist ja nichts Neues, aber jetzt habe ich mal gemerkt, wie das aussieht. Egal wo oder was, es sind immer Unmengen an Menschen dort. Und es wundert mich, dass die Häuslebauer auf Grau stehen. Moderne Gebäude sehen hier so aus wie überall mit ihrem Chrom und Glas, aber die meisten "normalen" Häuser sind grau. Da die Straßen nicht großartig anders sind, macht das die Stadt schon ziemlich... Grau eben.
Smog gibt es hier auch, aber ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt. Für richtigen Smog muss man wohl in Industriestädte fahren. Shenyang war auch schon schlimmer. Über Touriabzocke brauche ich nicht reden. Jeder, der schonmal in Spanien oder der Türkei war, weiß, was ich meine.
Und damit schließe ich das Kapitel China in meiner Reise ab.
In NZ werde ich mich wieder melden. Im Moment sitze ich noch im Hostel. Um 23 Uhr gehts los und morgen um 17Uhr Ortszeit komme ich in Auckland an. Das ist ein Zeitunterschied von fünf Stunden zu hier und zwölf Stunden im Gegensatz zu Deutschland. Wenigstens ist die Umrechnung einfach. Mit fünf Stunden komme ich klar, direkt Deutschland - Neuseeland wäre richtig schlimm gewesen. Mein Gesundheitszustand ist ok. Die Beine machens nicht mehr so, aber das ist kein Wunder. Ich bin ja auch zwei Wochen lang jeden Tag bis zu 8 Stunden in der Kälte unterwegs gewesen. Jetzt gehts in den Sommer. Bestens. Da ist mir bestimmt wieder zu warm.
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So, bis zum nächsten Kontinent.
CHRISS