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Dont mess with Texas

Schönen guten Tag,
 
wie ist das Wetter bei euch?
Hab gehört bei euch sind es kühle 37°C. Habt ihr es gut... Naja, etwas übertrieben. bei mir ist es nicht viel wärmer, aber dafür gibt es keine Hoffnung auf Besserung. Wenn die Außentemperatur über der Körpertemperatur liegt, ist Wind nutzlos, der macht es nur noch wärmer. Seltsames Gefühl, ich bin es gewohnt, im Wind eine gewisse Abkühlung zu spüren. Ist wie in der Sauna, wenn man sich bewegt, trifft man auf mehr heiße Luft, als wenn man sitzenbleibt. Um kurz vor 11 PM ist es immer noch 33°C hier, heftig.
Tja, ich habe es bis in die Hauptstadt des "Lone Star State" geschafft, Austin. Bin heute erst angekommen und wohne im Hotel (bitte bemerkt das fehlende "s" zum Hostel). In Austin gibt es nur ein Hostel auf den herkömmlichen Webseiten "hostelworld.com" und "hostelbookers.com". Bestimmt sind da noch mehr, aber die finde ich nicht. Also habe ich mir das günstigste Hotel ausgesucht. Ist immer noch teurer als ein Hostel, aber jetzt wo ich hier bin, bin ich froh. In Hostels habe ich gar nicht bemerkt, wie fertig ich eigentlich bin. Ständig muss ich mich darum kümmern, wie ich von A nach B komme, Sachen organisieren, mich in neue Städte, Leute, Hostels eingewöhnen und nicht zuletzt mache ich auch viel Sport, Gehen. Dabei ist mir aufgefallen, das sich die walking distance der Amis bedeutend von meiner Ansicht unterscheidet. Jetzt liege ich in meinem eigenem Zimmer für 40$/Nacht (günstig, oder?) es ist ordentlich, sauber, (relativ) groß, morgen gibt es vernünftiges Frühstück und Internet ist auch frei. Gar nicht mal so schlecht für ein paar Tage. Morgen werde ich auch nur im Hotel bleiben und Austin mal Austin bleiben lassen. Das Capitol habe ich mir heute schon angeschaut, aber den Artikel stelle ich sowieso erst morgen (Freitag) online, da ich jetzt zu müde bin, den Artikel zu beenden.
Eines ist mir noch eingefallen, das ich jetzt schreiben muss, sonst vergesse ich das. Noch aus New Orleans. In der Greyhound-Station ist ein Subway, dort hab ich mir was gekauft. Die Verkäuferin war absolut unhöflich. Nichts mit dem Vorurteil, dass Dienstleistungen immer freundlich ablaufen. Das gilt nur für Restaurants, in denen man bedient wird, denn die bekommen Tip. Wenn man Essen an der Theke bestellt und da auch direkt bedient wird, also Fast-Food-Restaurants, sind die Leute meist absolut unfreundlich. Ein Getränk habe ich auch dazu bestellt, ist ja alles zum Selberzapfen und unbegrenzt Nachfüllen. Dr. Pepper war leer (ich bin Dr. Pepper süchtig geworden) und im Coca Cola Tap war Coke light drin. Und ich bin allergisch gegen diesen Zuckerersatz. Toll. Da habe ich erstmal einen großen Schluck genommen und da wars schon vorbei. Das fühlt sich so an, als wenn mein Kehlkopf wegätzt. Dementsprechend ging es mir auch im Bus, ich habe viel Wasser getrunken. Nicht, dass ich es in Erwägung ziehen würde, aber hier könnte ich doch bestimmt auf Schadensersatz klagen?
Einen schönen guten Morgen aus Austin. Heute mache ich den tag über nichts und abends rufe ich ich Jess an, die Frau, die ich in New Orleans kennengelernt habe. Das Frühstück war ok, nichts Besonderes. Amerikanisch eben. Nur Süßkram. Muffins, Cookies, Kuchen, Pancakes und Wurstbrötchen. Ekeligerweise alles aus Plastikverpackungen aus dem Supermarkt, denn das Hotel hat keine Küche. Selbstverständlich auf alles auf Plastiktellern mit Plastikbesteck und Plastikbechern. Naja, es gab auch so etwas wie Müsli mit Milch. Das Müsli natürlich gezuckert, in D esse ich Cornflakes immer nur ungezuckert, und trotzdem mischen sich die Amis extra Zucker unters Müsli. Wieviel Zucker die an einem Tag zu sich nehmen. Ach ja, das einzig herzhafte am Frühstück waren Brötchen mit Würstchen, natürlich auch fertig aus dem Supermarkt und für die Mikrowelle, aber das sah mir zu "exotisch" aus, ich blieb beim Müsli. Allerdings will ich mich nicht beschweren, für den Preis kann man nicht mehr erwarten und mein Zimmer ist vollkommen ok.
Zu gestern noch einmal. Die Stadt Austin ist interessant. Schön ausgebaut, sehr gut für Fußgänger und Fahrradfahrer (das erste Mal, seitdem ich in den USA bin), sauber... Das Los der Landeshauptstadt. War in Magdeburg ja genauso. Kleiner als Halle, aber das Geld ist eben in die Hauptstadt geflossen.
Das angesprochene Capitol ist der Sitz der Regierung des Staates Texas. Hier haben die einzelnen Staaten der USA bedeutend mehr Entscheidungsfreiheit, als die Bundesländer in D. Außerdem war Texas mal ein eigener Staat, worauf die Texaner mächtig stolz sind.
Tarantino und Rodriguez wohnen in Austin und gestern war hier USA Kinopremiere von Inglourious Basterds, aber selbstverständlich war die schon lange, lange ausverkauft. Vielleicht schaue ich mir den Film trotzdem hier an. Es gibt das Alamo Drafthouse. "Das Haus und Hof"-Kino von Tarantino und Rodriguez, da sitzt man an Tischen und es ist eine riesige Bar angegliedert. Nicht nur, dass ich den Film sehen will, auch das Kino an sich ist eine Sehenwürdigkeit.
Bilder von Austin und San Antonio und Austin stelle ich auch ein. 
Mein Hotel ist etwas weit von Downtown entfernt, das ist blöd. In die Stadt kann ich mit Bus fahren, kostet 75 Cent , aber der Bus fährt nicht die ganze Nacht, da muss ich ein Taxi nehmen. Mist. Nicht aufgepasst beim Buchen. Dafür ist das Hotel 100m von der Greyhound-Station entfernt.
Ach ja, selbst die Busse hier in Austin sehen ganz manierlich aus. Und es fahren auch "normale" Leute mit. Wie schon gesagt, fahren in den Greyhound-Bussen nur arme Leute mit, aber in den öffentlichen Bussen... Mir fallen keine Worte ein, um diese "Schicht" zu beschreiben, ohne sie zu demütigen. In San Antonio hat mich eine Frau um einen Schluck Cola angebettelt. Nach Geld werde ich täglich mindestens fünf Mal gefragt, aber ein Schluck Cola? Die hatte ihren eigenen Becher, also warum nicht? Geld gebe ich nie, da habe ich Angst, dass es nicht da ankommt, wo ich es haben will, also Gesundheit, Essen und Trinken (kein Alk).
Ansonsten habe ich mir eben mal meine Berufsaussichten angeschaut und bin enttäuscht. Alle reden von der Krise und dem L-, V- oder W-Aufschwung , der Arbeitsmarkt hinkt wie immer sechs Monate hinterher, aber Hochschulabsolventen haben immer Chancen. So weit, so gut. NUR: Die Karriereseite von Bayer unterstützt meinen Browser nicht, die von Lufthansa ist gleich ganz offline, bei Ford hält man es nicht einmal für nötig "Jobs und Karriere" auf der Startseite zu verlinken und die Stellenausschreibungen bei der Telekom sind vermutlich von Marcel Reich-Ranicki geschrieben worden. Stärkt nicht unbedingt die Bestrebungen, vom Image des langweiligen, verknöcherten Staatskonzerns wegzukommen.
Darauf, bei den ersten fünf Versuchen gleich auf vier komplette Enttäuschungen zu treffen (Ausnahme RWE), war ich nicht vorbereitet.
Ich fühle mich nicht gemocht.

So, Fotos und weiterschlafen.
Habe ich eigentlich seit den Everglades keine Fotos mehr veröffentlicht??? Schande über mich. Das hole ich jetzt nach. Abkürzungsverzeichnis: NO = New Orleans, SA = San Antonio, AUS = Austin.

Grüße aus Austin.

 

P.S.: Um Kommentare zu veröffentlichen, müssen die beiden rot umrandeten Felder "Name" und "E-Mail" ausgefüllt werden. Das muss natürlich weder der richtige Name, noch die richtige Adresse sein, aber die Mailadresse muss im richtigen Format angegeben werden.

 

Chriss


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