Schönen guten Tag aus San Antonio der Stadt des Alamo-Massakers,
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jetzt musste ich mich eben in die Fakten einlesen, stellt euch vor, aus einem Buch!!! So richtig mit Papier und Druckerschwärze. Weil es hier kein Internet gibt. dazu gleich mehr.
Also 1836 war Texas noch ein eigener Staat und befand sich im Krieg mit Mexiko. Texas wurde dabei von den USA unterstützt. In San Antonio lag damals eine wichtige Stellung, das Fort Alamo, das die Mexikaner 1836 belagerten und nach 13 Tagen Belagerung eingenommen haben. Dabei gingen sie nicht gerade zimperlich mit den Leuten darin um, sondern töteten alle, außer zwei Sklaven und den Frauen. Mit Töten allein wars nicht getan. Es musste möglichst grausam sein und die Toten danach auch noch geschändet werden. Die Frauen wurden unter den Mexikanern danach aufgeteilt... Man kann sich vorstellen, dass Texas und die USA nicht gerade erfreut waren. 1846 hat die USA Texas dann mit freundlicher Einwilligung der Texaner übernommen, was in einem direkten Krieg zwischen den USA und Mexiko endete. Der dauerte bis 1848, da musste Mexiko aufgeben. Und weil man damals noch nicht so war, hat man den Mexikanern auch noch Kalifornien abgenommen, das bis dahin mexikanisch war. 1853 wurde noch ein kleines Stückchen Land von Mexiko gekauft, aber sonst war die Form der USA komplett. Danach kamen noch Alaska, Hawaii, Panamakanalzone und sowas hinzu... Zu der Übernahme von Texas von den Amis noch eben etwas Interessantes: Im amerikanischen Entscheidungsgremium (wie auch immer das hieß) war eine Zweidrittelmehrheit nötig, um einen Staat hinzuzufügen. Da diese jedoch nicht zustande kam, annektierte man Texas in einem offiziell kriegerischen Akt, aber mit Einwilligung der Texaner. Dafür war nur eine einfache Mehrheit nötig. Schön. Kriege konnte man einfacher führen, als politische Entscheidungen umzusetzen. Parallelen zur heutigen Politik zu ziehen, würde mir allerdings im Traum nicht einfallen.
Es ist bereits abends gegen 11 und ich war schon in der Stadt. Dabei ist mir aufgefallen, dass San Antonio ein Dorf ist. Bestätigt mir auch der Belgier, der seit 15 Jahren hier wohnt. Es ist die siebtgrößte Stadt der USA und es gibt nichts. Einige Sehenswürdigkeiten, die alle an einem Nachmittag zu Fuß abgeklappert werden können, das wars. Insofern war es auch genau die richtige Entscheidung, zwei Tage hierzubleiben. Heute ankommen und zurechtfinden. Morgen etwas umschauen und Donnerstag weiter nach Austin. Das soll wirklich schön sein, wenn auch viel kleiner. Außerdem habe ich da die Nummer von einer Frau, die da wohnt. Habe ich in New Orleans kennengelernt. Mal schauen, wie das so ist. Amis erwarten ja häufig nicht wirklich, dass man sich meldet, aber da stelle ich mich ganz dumm und bin Deutscher.
Zu diesem Hostel noch eben: Nicht schlecht, aber auch nicht mehr als unterer Durchschnitt. Die Küche möchte ich nicht benutzen, ums Bad komme ich ja leider nicht drumherum, zumindest die Zimmer sind einigermaßen sauber. KEIN INTERNET!!! Und wir sind zu dritt. Mit mir wohnen noch zwei belgische Rentner hier, der eine hat 15 Jahre lang in Texas gewohnt und gearbeitet und sein Bruder spricht kein Englisch.
Eine Sache noch eben zu New Orleans, bzw. zu einigen Kneipen, in denen wir waren. Da steht manchmal ein Typ (der natürlich schwarz ist) in der Toilette und macht alles für einen, dass man nichts berühren muss. Tür aufhalten, einen Spritzer Flüssigseife auf die Hand geben, Wasserhahn auf- und zudrehen, Handtuch reichen. So einen brauche ich hier auch.
Die Temperaturen gehen immer weiter in dir Höhe, seitdem ich nicht mehr am Meer bin. 100° F sind schon durchbrochen (35°C = 95°F, 40°C = 104°F). Und die werden weiter steigen, um so weiter ich gen Westen komme. In Arizona ist dann der Höhepunkt: Wüste, am Tag > 45°C, in der Nacht kühl, teilweise bis in den einstelligen Bereich, keine Wolken, kein Regen, keine Feuchtigkeit. Und dann gehts weiter nach Kalifornien, dort ist es zwar nicht kühl, aber wieder feuchtwarm. Schön, dass ich mir den Sommer als Reisezeit durch die Südstaaten ausgesucht habe. Aber passt schon, ich will es ja so.
Aber ich hätte mir einiges an Gepäck sparen können. Zwei lange Hosen sind nun wirklich etwas viel und seitdem ich mir neue Sandalen gekauft habe, brauche ich auch keine Socken mehr. Das sind mit Sicherheit 1,5kg, die ich hätte sparen könne, vom Platz mal gar nicht zu reden. Aber besser so, als wenn ich die Sachen nicht habe, aber brauche.
Ich schreibe ganz schön viel die letzten Wochen, aber es passiert ja auch viel.
Schöne Grüße aus San Antonio, Texas. Don't mess with Texas!
Morgen gibts mehr, den ganzen Tag kann ich sowieso nicht in der Stadt verbringen, soviel gibts nicht mehr zu sehen. Ich brauche dringend Internet, ich fühle mich ja schon wie in NZ. Ohne Handy habe ich ja gar keine Verbindung mehr zur Außenwelt. Und dann noch in einem leeren Hostel. Regelrecht abgeschnitten von der Welt bin ich. So einsam
OK, jetzt sitze ich im nternetcafe, hab lecker gefrühstückt (für weniger als 2€, wir sind nahe an Mexiko...) und kann jetzt ein Hostel buchen und meinen Bus nachschauen.
Fotos kommen, wenn ich mal wieder etwas mehr Zeit habe und relaxed im Hostel surfen kann.
Eins hatte ich noch vergessen. ALLE Preise hier in den USA sind Nettopreise, also ohne Steuern. Restaurants, Supermärkte... Eben alles. Da die angegebenen Preise wie in D meist auf ,49 oder ,99 enden hat das zur Folge, dass der wirklich zu bezahlende Preis immer komplett krumm ist. Wo zahlt man in D 2,57$ für ein Frühstück...
Und San Antonio ist fast komplett spanischsprachig, Englisch können die meisten, aber schlechter als ich. Früher war es eine spanische Kolonie und dadurch kamen viele Latinos hierhin, weil sie keine neue Sprache lernen mussten. Das hat schon einen besonderen Flair. Die Latinos sind ja bekannt für ihre "Lebenslust" und laute Sprache.
Chriss