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Fledermausland

Hallo schon wieder aus Austin,
 
kommt bloß nicht nach Austin, das ist Fledermausland!!!
In Austin gibt es mit bis zu 1,5 Millionen Fledermäusen (von Jahr zu Jahr unterschiedlich) die größte Ansammlung von Fledermäusen in einer Stadt in der Welt. Die wohnen in Spalten in einer Brücke über dem Colorado River und kommen jeden Abend kurz vor Sonnenuntergang raus um Nahrung zu suchen. Bis zu 13 Tonnen Insekten fressen die in einer Nacht. Es gibt hier keine Mücken, trotz vieler Seen und warmen Wetters.
Erst wollte ich einige Fotos machen und einstellen, aber die kann man nicht gut fotografieren, das sind viele kleine schwarze Punkte am Himmel.
Ansonsten ist Austin die selbsternannte Hauptstadt der Live-Musik in den USA. Ausschließlich Rock. Von Blues über Santanamusik bis zu Heavy Metal und Hardcore. Freitag war ich Fledermäuse schauen und habe ein Pärchen aus Pennsylvania kennengelernt. Stef und Brad, eigentlich wollten wir uns später in einer Bar treffen, aber die sind nicht gekommen. Das ist ein Problem, wenn man kein Telefon mehr hat, aber war trotzdem ein guter Abend. In der Bar hat eine Band gespielt, "Chadd Thomas and the crazy kings". Rockabilly-Kram. Sehr schön. Mit denen musste ich mich auch erstmal in der Pause unterhalten, die kommen nach Deutschland im Oktober 2010. Mal sehen, ob ich dann noch soweit zurückdenken kann und die noch sehen will. Natürlich sage ich jetzt, aber das ist in über einem Jahr...
Und dann habe ich mich abzocken lassen. Am WE fahren Nachtbusse, da musste ich mich in einen Plan einlesen und netterweise kam ein Typ an, der mir geholfen hat. Der konnte gut Deutsch, war höflich, gepflegt und hat mir gut geholfen. Und kurz bevor ich in den richtigen Bus eingestiegen bin, wollte der 5$ von mir haben für ein Abendessen. Ich war so perplex, dass ich ihm die gegeben habe. Andererseits hätte ich sonst wahrscheinlich ein Taxi nehmen müssen, was bedeutend teurer geworden wäre.
Gestern (Samstag) wolle ich die Fledermäuse noch einmal von der Brücke aus sehen, da war zufällig das Bat-Festival. Leute mit Bat-Tatoos, einige Batmen, die "International Bat Association", dazu natürlich Bier- und Fressbuden und zwei Bühnen. Natürlich mit Rockmusik. Blues und Country auf der einen Seite der Brücke, etwas härter auf der anderen Seite (der Colorado River ist hier sehr breit, schon eher ein See, dementsprechend lang ist die Brücke). Und ich hatte meine Kamera im Hotel gelassen, naja. "Vallejo" hat mir gut gefallen. Die Namen schreibe ich immer dazu, falls irgendwer bei Myspace oder Youtube mal schauen will. Zumindest Rüty ist ja ganz groß in Bands. Ach ja, das hätte sieben $ Eintritt gekostet, aber das wusste ich nicht. Hab mich nur gewundert, wozu die Leute alle anstehen und bin reingegangen. Bestätigt mal wieder den Verdacht, dass Dreistigkeit siegt. Hätte ich irgendwelche Unsicherheit gezeigt, wäre ich vermutlich kontrolliert worden. Aber Leute, die ohne zu zögern, ohne hastig zu sein oder sich zu verstecken reingehen, sehen vertrauenswürdig aus. Aber wie gesagt, ich wusste ja auch nicht, dass man Eintritt zahlen musste. Ohne Armband bekam ich keine Getränke, aber das war nicht schlimm. In Kneipen muss ich mir immer etwas kaufen, weil die sonst sauer werden, wenn ich mir nur die Musik anhöre, aber auf einem Festival fällt das nicht auf. In Kneipen bin ich ein ungern gesehener Gast. Ein Getränk über zwei Stunden. Aber egal. Mir gefällt die Musik und Geld für viel Bier habe ich nicht.
Später war ich in einer anderen Kneipe, die Band hieß Metäl Shöp, aber die hat nur Coverversionen gespielt. Ausschließlich Heavy Metal der 80er. Haare und Klamotten inklusive. Witzig. Um kurz nach 12 habe ich mich mit Jess getroffen, die Frau, die ich in New Orleans kennengelernt habe. Mit ihrer Schwester und einer Freundin mit Feund waren wir in einer Punker-, Hardcore-, Tatoo-, Springerstiefel- Piercingbar. Sehr gut. Aber in Texas ist um 2 AM Sperrstunde, also war nicht mehr ganz soviel. Auf meinem Weg habe ich gesehen, dass Hatebreed gestern in einer Kneipe hier gespielt hat. Die Kneipe war klein, es hat 5$ gekostet. Und ich habs verpasst. Mist. Aber wer weiß denn schon sowas? Ist in den USA oft, dass sehr bekannte Bands kleine Clubtouren machen. Bei den Tausenden von bekannten Bands hier kann ja nicht jede einzelne nur in großen Städten in großen Hallen auftreten wie das in D ist. Und Austin ist wirklich die Hauptstadt der Livemusik, hier könnte mir das gefallen. Aber ich glaube, das habe ich auch aus Miami, Key West und New Orleans gesagt.
OK, die haben mich netterweise nach hause gebracht und das wars. Heute gehen wir ins Kino, Inglourious Basterds im Alamo Drafthouse. Muss ein wirklich gutes Kino sein, sogar Markus kennt das, obwohl der noch nie da war. Aber durch den Kult um Tarantino und Rodriguez ist es sehr bekannt, außerdem muss es auch schön sein, dazu mehr, wenn ich es gesehen habe.
Das Wetter bekommt mir nicht. Ich schlafe schlecht, trotz Klimaanlage, morgens fühle ich mich wie nach einer durchzechten Nacht, hoffentlich liegts am Wetter und nicht an mir.
Und ich habe mir eine Karte für das "Great American Beer Festival" in Denver, Colorado gekauft. Da stellen über 1.500 Brauereien ihr Biere aus. Meist Mikrobrauereien mit unter 1000 Hektolitern Ausstoß. Auf der Website steht, dass eine Karte 55$ kostet, beim Ticketmaster habe ich sie für weniger als die Hälfte bekommen. Das ist doch gut. Und ein Hostel in Denver hab ich auch schon. Ich könnte mir vorstellen, dass es am dem WE voll wird. Die Tickets gelten immer nur für einen Abend und auch nur einige Stunden. Da kann man dann probieren. Jeweils in 1 fl. Oz. Bechern (1 amerikanische Flüssigunze = 29,6 ml, das Wort Flüssigunze sieht für mich gerade sehr seltsam aus, klar ist es die richtige Übersetzung, aber es stellt sich die Frage, ob man es überhaupt übersetzen sollte, wenn es diese Einheit bei uns sowieso nicht gibt).
Und ich muss mich bewerben. Das wird ein Krampf. Vor einigen Tagen habe ich mit Katha gesprochen, die ist ja Profi in Personalfragen und da hab ich mich dazu entschlossen, mich doch von hier zu bewerben. Auf einem Rechner ohne Word, somit auch auf einem Rechner ohne Word to pdf. Somit kann ich keine einzige Änderung meiner Bewerbung selber machen, z.B. im Briefkopf eine andere Firma reinschreiben. Da wird es viele Mails geben mit Leuten, die mir helfen müssen. Blöd, aber MS Office passt hier einfach nicht drauf. 12 GB sind etwas wenig Platz. Vielleicht probiere ich auch mal die online-Sachen von Google aus. Ich brauche ja nur ein Textprogramm und muss das dann in pdf umwandeln.
So, das waren meine Gedanken zum Tage, gleich gehts ins Kino.

MfG
Chriss

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