Moin Leute,
jetzt mal wieder ein Artikel aus New Orleans.
Es ist viel passiert, ich probiere mich einigermaßen kurz zu halten, aber bekanntermaßen klappt das nicht.
Freitag saß ich eigentlich nur im Hostel und habe den letzten Artikel verfasst.
Samstag bin ich mit Fahrrad durch die Stadt gefahren. Das Fahrrad war teuer zum Leihen, aber sehr gut, damit konnte man weite Strecken sehr gut fahren. Auch wenn New Orleans etwas fahrradfreundlicher ist, als die anderen Städte, die ich bisher gesehen habe, ist es trotzdem nicht möglich, flüssig zu fahren. In D kann man sich meist drauf verlassen, dass man die Rechte, die man hat, auch bekommt. Hier muss ich auf jedes Auto aufpassen und auf jede Hauseinfahrt. Aber es war trotzdem gut. Leider habe ich meinen Eindruck bestätigt gefunden, dass New Orleans langweilig ist. Ein unglaubliches Nachtleben, aber die Stadt an sich...
Einen Friedhof habe ich gesehen und der war seltsam. Das musst ich erstmal bei Yahoo googeln (schöner Satz). Also: New Orleans steht ja auf einem Sumpf und das meiste der Stadt liegt unter dem Meeresspiegel, deshalb ist die Stadt auch so anfällig gegenüber Überschwemmungen. Deshalb begraben die ihre Toten nicht, sondern legen sie in Grüfte, oberirdisch oder unterirdisch. Ansonsten würden sie irgendwann wieder an die Oberfläche gespült werden und vielleicht Seuchen auslösen. Fotos stelle ich auch mal von dem riesigen Friedhof rein. Denn, wenn man direkt auf dem Friedhof jedes einzelne Grab mit Auto erreichen kann, muss man ja auch nicht gehen und dann kann man die auch beliebig groß machen.
Im Norden ist ein riesiger See, dort war ich, aber auf die Brücke kommt man mit Rad nicht drauf und der See an sich ist nicht interessant. Eigentlich wollte ich von der Brücke aus die Skyline fotografieren, aber das war ja nichts.
Abends waren wir wieder in der Stadt, nicht viel, aber es hat gereicht, um mein Handy zu verlieren. Was gibts zu erzählen. Irgendwann wars da und irgendwann später nicht mehr. Ich hab mich dazu entschlossen, mir kein Handy mehr zu kaufen. Das bringt alles nichts mehr. In Hostels habe ich immer Internet und kann somit alle Gespräche über Skype führen, ist auch wesentlich günstiger. Hat irgendwer noch ein altes Nokia-Handy in D, das ich benutzen kann, wenn ich wieder da bin. Wenn ich kein neues Handy kaufe, hab ich ja auch keinen Verlust gemacht. Nur im Anlagevermögen, das durch die Abschreibungen bis zum Auslaufen meines Vertrages sowieso auf 0 gefallen wäre... Smartass
Eines muss ich noch erzählen, das war schon ein kleines Highlight. Nachdem ich gemerkt habe, dass mein Handy weg ist, war mein Laune im Keller und ich bin gegangen. Keine Ahnung, ob es eine gute Idee war zu gehen, aber ich bin ja noch da. Irgendwann war ich unterwegs und ein Auto hat angehalten, eine Frau hat das Fenster runtergekurbelt und mich gefragt, wo ich hingehe. Natürlich erzähle ich nicht irgendwelchen Leuten, wo ich wohne, also sagte ich nur: Nach hause und das ist in der Richtung, in die ich gerade gehe. UND JETZT: Die Frau schaut mich an, schaut ihre Beifahrerin an (es saßen nur die beiden Frauen im Auto, beide schwarz) und fragt mich:
"WANNA HAVE SOME FUN TONIGHT?"
Und die sahen nicht wie Nutten aus und sowieso ist das nicht gerade deren Art, deren Kunden auf der Straße anzusprechen. Das ich höflich abgelehnt habe und so schnell wie möglich weitergegangen bin, ist ja klar.´
Übrigens nennen einen die Schwarzen sowieso immer Honey, Sweetie, Hon, Darling... Ich fühle mich diskriminiert.
So, zu Samstag noch: Ich hatte ja keine Kamera mit, aber die Stimmung wäre sowieso nicht einzufangen gewesen. Es ist eine große Party auf der Straße, überall Livebands in den Kneipen und auch auf der Straße und alles nur mit Jazz, Swing und Blues. Sehr schön.
Und jetzt sitze ich im Hostel, es regnet und ich warte auf meinen Bus nach San Antonio. Erst wollte ich nach Houston, aber die Busverbindungen sind mies. Entweder hätte ich um 4 AM da sein müssen oder wäre um 2:30 AM da gewesen, beides nicht gerade toll. Nach San Antonio fahre ich um 7 PM los und bin um 9:30 AM da. Das ist doch gut und ich spare wieder ein Nacht im Hostel.
So, bis zum nächsten Mal.
Chriss