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New Orleans bei Nacht

Moin, moin,
 
Grüße immer noch aus New Orleans. Ich habe von der Stadt bisher noch nichts gesehen, aber liebe sie schon. Stimmt nicht, das Nightlife habe ich gesehen und folgendes festgestellt. Gestern waren wir mit einer Gruppe vom Hostel aus unterwegs und weil wir alle Travelleler sind, hat keiner Geld. Und wenn man die Läden, in die man geht, genau danach aussucht, kann man absolut günstig weggehen.
New Orleans ist in keinster Weise mit Miami zu vergleichen. Miami ist teuer und modern, New Orleans hat Charme. Wir hatten einige Locals dabei, die haben uns in die entsprechenden Läden abseits der Touristenfallen gebracht und es war der Hammer. Erst eine Bar mit Live Rockmusik, ich würde es mal Santana- oder Hendrix-Musik nennen. Der Gesang war immer nur ein kurzer Schritt zwischen endlosen Gitarrensoli. Sehr schön. Natürlich darf bei einem New Orleans-Abend die Live-Jazz-Musik nicht fehlen, auch absolut empfehlenswert und danach ging es in die Stammbar der Locals. Eine nette Rock-Fabrikhalle, dunkel, günstig und voller tätowierter Leute. Schön. Unsere Gruppe war auch gut. Leute aus Brasilien, Frankreich, England, Deutschland und drei verschiedenen Staaten der USA waren dabei. Die USA sind so groß und unterschiedlich, dass die Staaten in den USA etwa vergleichbar mit den Staaten in Europa sind. Vollkommen unterschiedlich. "Unsere" Amis kamen aus New York, Kalifornien und eben New Orleans (Louisiana). Also von den unterschiedlichsten Ecken der USA. Ostküste, Westküste und Süden. Fehlt nur noch die Mitte, aber dort reisen die Leute nicht soviel. Die beten nur, arbeiten auf Farmen und glauben an den lieben Gott und die Republikaner... USA, USA, USA!!!
War spät gestern, wenn auch nicht schlimm, aber zum Sightseeing habe ich gerade nicht viel Lust, allerdings gibt es auch nicht soviel zu sehen. Was kennt man aus New Orleans? Mardi Grass, Jazz, Nightlife und Kathrina. Kathrina ist zum Glück weg, Mardi Grass ist im Frühjahr und Jazz und Nightlife habe ich gesehen. Also reicht es wahrscheinlich, wenn ich einen Tag mit Fahrrad durch die Stadt fahre. Morgen oder Sonntag. Für echte Aktivitäten fehlt mir das Geld und historisch ist hier nicht viel.
Witzigerweise waren zwei Frauen gestern der Grund, weshalb wir so lange wegwaren. Ihr Bus fuhr um 5 AM und die wollten sich die Übernachtung sparen. Und weil wir alle so nett sind, haben wir denen Gesellschaft geleistet...
In New Orleans steht das National WW II Museum, weil hier die Landungsboote für den D-Day gebaut wurden, die als Schlüssel für die tapferen US-Soldaten gelten, um die bösen Deutschen zu besiegen und erstmals den Fuß auf den europäischen Kontinent zu setzen. Allerdings haben mir einige Leute gestern von der osnabrücker Gruppe gesagt, dass es sich nicht lohnt. Es werden größtenteils die Heldentaten der Soldaten beschrieben und die Geschichte an sich nur angerissen. Passt zu den anderen Museen, die ich bisher gesehen habe. Alles, was die Amerikaner irgendwann, irgendwo gemacht haben, ist gut und für die Freiheit gewesen. Auch wenn die meisten Deutschen dieser Sicht im WW II zustimmen, sehen wir die Amis an sich doch eher als Randnotiz des Krieges. Die kamen mit unglaublicher militärischer, wirtschaftlicher und personeller Übermacht und haben die Nazis überrannt. Unsere Sicht ist ja eher "innenpolitisch", wenn man unsere Grenzen inklusiver Verbündeter von Anfang 1943 sieht.
Wiederhole ich mich eigentlich in meinem Blog? Es wundert mich, dass ich immer wieder Sachen zu erzählen habe, die nichts mit meiner aktuellen Reise zu tun haben. Und trotzdem halte ich sie für interessant

HEGDL

Chriss

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