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Kerikeri - Auckland

Hallo meine Lieben zuhause,
 
es gibt mal wieder viel zu erzählen, das wird ein langer Artikel. Ich habe nämlich so ziemlich jeden Plan, den ich gemacht habe über den Haufen geschmissen.
Als erstes bin ich wieder in Auckland. Also ein JAFA (just another f...ing Aucklander), das wird hier in NZ gerne als Schimpfwort benutzt, weil Auckland das unbestrittene Zentrum des Landes ist. Diese Woche fängt das Fruitpicking nämlich immer noch nicht an und deshalb bin ich dort abgehauen. Hier in Auckland suche ich mir jetzt einen Job bei einer Zeitarbeitsfirma. Gestern (Montag) habe ich mich beworben, heute ein kleines Jobinterview geführt und zwei Tests gemacht. Das war auch witzig. Normalerweise dauert die Einführung etwa drei Stunden. Bei mir hats eine halbe gedauert. Der Standort-Manager hat mich eingewiesen, die DVD mit den Sicherheitsvorkehrungen gleich mal übersprungen und mir Regeln so gesagt und das als Jobinterview abgehakt. Außerdem sind das Regeln, die man sich als normal denkender Mensch auch selber zusammenreimen kann. Aber ist ja nun mal Vorschrift. Einen Englisch- und Mathetest musste ich machen. Der Englischtest war nicht zu schwierig und Mathe... Ich arbeite bei "Allied Labour", einer Zeitarbeitsfirma für Bauarbeiter und Hafenarbeiter, da werden keine Integrale gelöst. Und die Grundrechenarten, Dreisatz und Prozentrechnung sind gerade noch zu meistern. Nach ein paar Aufgaben, als der Typ gesehen hat, dass ich alles sauber mit Nebenrechnungen gelöst hatte,  hat er mir den Zettel weggenommen und die Ergebnisse vom Lösungszettel eingetragen. Donnerstag mache ich einen Sicherheitskurs und ab Freitag kann ich dort arbeiten. Hoffentlich. Denn dann ist ja Feiertag, aber was kümmert mich hier Ostern. Wenn ich Glück habe, wollen die ganzen Einheimischen Arbeiter dann nicht arbeiten und ich habe eine bessere Chance.
Das dazu, und wenn ich schon dabei bin, Pläne zu ändern, kann ich den Rest ja auch jetzt schreiben und die Geschichten erst am Ende des Artikels.
Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich noch woanders hinwill? Also in ein anderes Land. Das ist schon ziemlich lange in meinem Kopf, aber es ist noch keine Entscheidung gefallen, wohin. Ab Mitte September ist ja sowieso Augusta/Georgia/USA geplant, wegen Markus Krämer, aber es ist eine lange Zeit bis dahin. Allerdings beschränkt diese Reise meine regionalen Möglichkeiten, weil ich nur Geld für zwei Flüge eingeplant habe. Von hier in die USA und von dort wieder nach D. Der Plan wäre noch gewesen, nach Mittelamerika zu fliegen und von dort auf dem Landweg in die USA zu reisen. Allerdings hab ich mir mal unter www.auswaertigesamt.de die Reise- und Sicherheitshinweise zu den Ländern durchgelesen und beschlossen, dass ich dort nicht erschossen, ausgeraubt oder als Geisel genommen werden möchte. Als normaler Tourist sollte es kein Problem sein, aber als Individualreisender? Ich würde immer mit öffentlichen Verkehrsmittel oder per Anhalter reisen, draußen schlafen und trotzdem noch wie ein Weißer aussehen. Da böte ich das perfekte Ziel. Dazu kommt, dass es keine Flüge von NZ oder Australien nach Mittelamerika gibt. Von Südamerika kommt man auch nicht dahin. Die einzigen beiden Verbindungen von hier nach Mittelamerika sind über LA oder über Santiago und Miami. Und ihr könnt euch den Preis vorstellen, wenn ich erst in die USA müsste und dann wieder zurückflöge. Südostasien machen noch viele, also Vietnam, Südkorea, Kambodscha und Thailand, aber das wird auch wieder zu weit und zu teuer mit den Flügen.
Bis jetzt habe ich nur Gründe gegen Länder und Reisen gegeben, ich sollte etwas positiver sein.
Wieso nicht USA? Drei Monate als Backpacker mit Touristenvisum? Ich muss sowieso über LA fliegen, dann kann ich da auch aussteigen und als Anhalter schauen, wie weit ich komme. Arbeiten darf ich da ja nicht, aber vielleicht in Hostels für Unterkunft und Verpflegung. Andererseits gebe ich auch nicht viel aus, wenn ich wirklich per Anhalter reisen kann, aber da muss ich mir die ganzen Sicherheitssachen nochmal durchlesen.
Also, Plan:
Im April arbeiten, Mai Meike, Juni/Juli wieder arbeiten und Geld verdienen in NZ, langsam das Auto verkaufen, Mitte/Ende Juli nach LA fliegen, dort etwas rumreisen, im September in Georgia sein, vielleicht bringt mich der Zufall ja schon eher dahin und wie gehabt im Oktober zurück nach D. Mal schauen, wieviel sich davon realisieren lässt. Meine letzten Pläne haben alle den Erfüllungsgrad 0 erreicht, weil immer entweder Zeit oder Geld nicht passte. Dieser hier hat aber den Unterschied, dass er durchdacht ist und logisch klingt. Wird sich zeigen.
Das war jetzt der größere Zusammenhang, jetzt kommen wieder kleine Geschichten meiner Reise. Samstagabend hatten wir eine große Party mit Spanferkel und Bier. Soviel ist gar nicht passiert. Das Spanferkel war lecker, das Bier genauso und Uwe hatte versprochen, dass genug Bier für den ganzen Abend da ist. Das war fast richtig, um 10Uhr war kein Bier mehr da, irgendwoher haben die noch ein 50L-Fass organisiert, aber das war auch schnell weg. Allerdings wars dann auch genug. Eine gute Party, es ist nicht ausgeartet, aber war witzig. Uwe hat mir vorher noch vorgeworfen, noch keine große Feier veranstaltet zu haben, weil ich den Bierkonsum so hoch ansetze. Jeder Brite dort steht für drei gute Biertrinker. Die Briten saßen jeden Tag im Partyraum und haben sich besoffen. Nicht, dass ich das nie machen würde, aber jeden Tag??? Da würde mein Körper irgendwann streiken. Wahrscheinlich am zweiten oder dritten Tag. Naja, Fotos von der Party gibts davon auch.
Sonntag habe ich meine Kamera verloren. Das hab ich erst in Auckland mitbekommen, aber ich hab die in dem Hostel vergessen und Brian schickt mir die zu. Das war aber ein Schock.
In Kerikeri hab ich mich mit einem Typen angefreundet, Mads aus Schweden. Der ist Motorrad und hatte einen schweren Unfall. Gerüchten zufolge schwebt der immer noch in Lebensgefahr, aber Unfallgerüchte sind ja nie glaubhaft. Fakt ist, dass der beim Überholen ein Auto übersehen hat, einen Unfall hatte und dem ein Bein unterhalb des Knies amputiert wurde. Als Geschichte für all unsere Motorradfahrer.
Als ich in Auckland angekommen bin, hab ich es erstmal in dem Hostel probiert, in dem ich auch schon die ersten beiden Male im Januar war. Hier hat sich viel verändert. Einige Leute sind noch hier, weshalb ich mich fühle, als würde ich nach hause kommen. Es gibt neue Möbel, was den Gesamteindruck bedeutend verbessert und es ist sauberer geworden. Aber dafür auch bedeutend teurer. Der Besitzer hat gewechselt und auch der Manager. Der neue Manager bekommt nichts auf die Reihe. Alkoholiker, immer am stöhnen, dass es ihm so schlecht geht und er soviel zu tun hat und er macht/kann nichts. Traurig. Es passen weder die Zimmer zu den Leuten, noch nicht einmal die Betten sind den Zimmern zugeordnet. Geschweige denn, dass er es auf die Reihe bekommt, dass jeder bezahlt. Der Besitzer will den Manager auch wieder loswerden, aber das ist wohl nicht so einfach. Den Job als Manager könnte ich übrigens auch machen, kein Problem. Ist ja kein 5-Sterne-Hotel. Man muss nur organisiert sein und das bin ich ja. Naja, egal. Jetzt reichts auch erstmal.
OK, es ist ein einige Stunden später, ich sitze im Internetcafe und schreibe nur eben kurz die letzte Sache, die mir so eingefallen ist. Durch Eure Zeitumstellung auf Sommerzeit in D und die Zeitumstellung auf Winterzeit hier, ist die Differenz nur noch zehn Stunden. Wenn ihr es also 10AM habt, ist es hier 8PM. Schade um die Umrechnung mit zwölf Stunden, die war so schön einfach.
Sonst... Ich war joggen und man kann sehr schön am Meer entlanglaufen, frischer Wind, schöne Aussicht und direkt an einer Hauptverkehrsstraße. Zum Glück weht der Wind meistens vom Meer, insofern sind die Abgase kein Problem. Das ist mir nämlich auch aufgefallen. Wenn ich an einer großen Straße ohne Wind jogge und die Abgase einatme, fühle ich mich viel schneller schlapp, als sonst. Natürlich weiß jeder, dass es nicht gesund ist, die Abgase einzuatmen, aber das direkt an der eigenen Leistungsfähigkeit zu spüren ist schon ein seltsames Gefühl.
Da ich eben noch die Fotos aussortiere, die ich online stelle... Die Frau in dem blauen Kleid hatte Geburtstag, sonst hatte ich nichts mit ihr zu tun. Aber wieso nimmt man solch ein Kleid als Backpacker mit? Hat die zuviel Platz in ihrem Rucksack? Ich besitze Jeans, T-shirts und einige Sweatshirts. Reicht doch auch. Sehr unwahrscheinlich, dass ich in Situationen komme, in denen das nicht reicht.
Verdammt, ich muss noch mehr Erklärungen zu den Fotos schreiben. Z.B. der Hitlergruß kann nicht unkommentiert bleiben. Die haben ein Trinkspiel gespielt, "Ring of fire". Man nimmt ein Kartenspiel mit 52 Karten und stellt irgendwelche schwachsinnigen Regeln auf, was bei jeder Karte gemacht werden muss. Meistens hat die Regel etwas mit Trinken zu tun und wer den vierten König aufdeckt hat quasi verloren. Oder gewonnen. Auf jeden Fall ist der Abend für diese Person meistens gelaufen, weil sie nach dem Spiel nichts mehr kann. Und eine Regel war eben, aufzustehen, zu marschieren und mit dem Hitlergruß zu trinken. Und wer hat die Regel aufgestellt??? Natürlich die Briten. Allerdings sind diese Witze auch ausschließlich in D verpönt. Überall anders auf der Welt kann man darüber Witze machen. Und die Briten erst recht.
Das tolle Frühstück auf dem einen Foto ist auf dem Weg von Wellington nach Kerikeri.
Gypsy ist eine Deutsche, die heißt eben so. Keine Ahnung, wie ihr richtiger Name ist, aber als Zigeunerin geht die garantiert durch.
Das Filmteam ist das schon benannte "Wir sind überall"-Kamerateam mit Carsten Weidling.
Das brasilianische Pärchen ist so witzig, weil er absolut kein Wort Englisch spricht. Ich habe immer mit seiner Freundin gesprochen, die ihm das übersetzt hat. Und andersrum.
Die Norwegerin... Wieso sind alle Skandinavier total verrückt? Aber positiv verrückt und sau witzig.
Ende. 
Bis dann
 
Chriss
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K
Hi Chris!<br /> Danke für deinen Kommentar! Hab mich da schon gewundert, dass du grad wieder in Auckland bist.<br /> Und hast du schon überlegt in Australien herumzureisen? Outback, Westküste, Perth? Die Flüge dürften doch nicht so teuer sein... <br /> Gruß aus Lappeenranta
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