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Grand Canyon

Hallo ihr da draußen,
 
jetzt mal wieder das Neueste aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Diesmal aus Flagstaff in Arizona, der nächsten Stadt zum Grand Canyon, aber diesmal bleibe ich in der zeitlichen Reihenfolge.
In Santa Fe habe ich eine Frau aus Südafrika kennengelernt, die, mit der ich auch die Tour in den Grand Canyon machen wollte. Abends saßen wir etwas zusammen, haben erzählt und irgendwie hat sie mir innerhalb von mehr als drei Stunden ihre Lebensgeschichte erzählt. Im Einzelnen will ich darauf nicht eingehen, aber sie ist Künstlerin und absolut davon überzeugt, dass Gott sie als Künstlerin haben will. Er macht, dass sie gut ist, kümmert sich um sie, führt ihre Hand beim zeichnen und malen und führt sie durch ihr Leben. Wie ein Missionar hat die das erzählt: Mit glitzernen Augen und Feuer in der Stimme. Das war interessant. Sie hat allerdings auch in vielen Sachen Glück gehabt, falls alles stimmt, was sie erzählt hat. Andererseits kann man natürlich die langweiligste Story mit dem richtigen Erzählstil zu einem Thriller machen. Im Endeffekt frage ich mich, ob das nicht ein besseres Leben ist, was sie führt. Ich glaube, dass ich selbst zu 100% verantwortlich bin, für das was ich tue oder bin oder werde. Sie glaubt, dass sich Gott um sie kümmert. Muss ein unglaubliches Gefühl sein, geborgen, sicher, ohne Angst oder Zweifel, es ist immer irgendwer da, der sich um einen kümmert und ganz nebenbei ist der auch noch allmächtig.
Nach diesem Ausflug ins mystische, jetzt wieder zu Fakten, es hat mich fasziniert, aber ncht geändert.
Dienstag ging es von Santa Fe hier nach Flagstaff. Santa Fe hat keine wirkliche Greyhoundstation, nur eine Tankstelle, an der die Busse halten. Somit kann man auch keine Tickets kaufen. Die Dame am Telefon hat mir gesagt, ich solle in den Bus steigen und am nächsten Bahnhof das gesamte Ticket kaufen. Das wollte der Busfahrer aber nicht. Ohne 15$ Cash hat der mich nicht mitfahren lassen. War diese mexikanische Busgesellschaft. Und in Alberquerque (sprich Alberkörkie), wo ich umsteigen musste, wollte er mir auch nicht mehr helfen. Da musste ich doch mal etwas resoluter auftreten. Gerade gegenüber Mexikanern, hilft mein Körperbau stark dabei, meine Argumente zu unterstützen... Nach einem eher kurzem Gespräch ist der mit mir zum Ticketcounter gegangen, ich habe mein Komplettticket bekommen, ihm das Ticket für die Teilstrecke gegeben und die 15$ wiederbekommen. Das war gut. Nicht so gut war, dass ich neun Stunden Aufenthalt in Alberquerque hatte, aber es ist eine schöne Stadt. Ich bin etwas umhergegangen, hab mich in den Park gelegt, meine Zeitung gelesen und dann wars auch schon soweit.
In Flagstaff konnte ich zum Hostel gehen. Flagstaff hat nur 60.000 Einwohner und davon 13.000 Studenten. Und sie ist europäisch. Es gibt Bürgersteige, Straßencafes mit Leuten, die sogar draußen sitzen, viele Skateboarder, Grafitti, ich glaube alleine hier 11 Mikrobrauereien, viel Livemusik. Allerdings haue ich heute schon wieder ab (Freitag), somit habe ich kein WE mitgemacht, aber egal. Immerhin gehts nach Las Vegas. Das Hostel ist auch wieder eines des Besseren. Günstig, gut, gute Leute, leckeres Frühstück, freies Internet. Gut eben.
Dann: Grand Canyon. Den kann ich nicht beschreiben. Zwar stelle ich einige Bilder ein, aber den kann man auch nicht fotografieren. Das ist eben ein großer Canyon in der Wüste. Groß ist noch untertrieben. Der ist riesig. Um 8:30 AM bin ich mit einem Shuttle dahingefahren, war um etwa 10 AM da, bin dann da alleine rumgegangen und um 4 PM gings wieder zurück, das war etwas kurz, aber ok. Nachdem ich in NZ und auch hier soviel Natur gesehen habe, war das etwas touristisch. Eine Straße geht den Rand entlang, alle 500m ist ein Parkplatz und die meisten Leute fahren mit Auto von Parkplatz zu Parkplatz und machen dort Fotos. Aber trotzdem sehr beeindruckend. Ich hoffe in Utha im Arches National Park mehr Natur zu sehen, wenn auch nicht DIESE EINE Sehenswürdigkeit wie der Grand Canyon. Etwas runter bin ich auch gegangen aber nur knapp 400m Höhe, für mehr war keine Zeit.
Direkt neben dem Hostel gehen Gleise entlang, das ist manchmal etwas nervig, weil die Züge langsam und laut sind. Und die fahren 24/7. Ein Nachtfahrverbot wäre schön.
Mein Bruder hat mir meine Bewerbungssachen geschickt und jetzt kann ich mich bewerben. Staroffice kann übrigens auch alles, was MS Office kann. Der pdf-Konverter ist sogar schon eingebaut. Und eine Bewerbung ist zwar wichtig, erfordert aber nicht die großen Funktionen eines Textprogrammes, weshalb ich auch mit Star Office klarkomme. Jetzt muss ich nur noch die richtigen Stellenanzeigen finden.
Und ich habe gemerkt, dass langsam meine Taschen den Geist aufgeben. Das einzige, was hält und hält, ist mein großer Rucksack. Sehr gute Qualität. Meine Kameratasche auch, aber die brauche ich nicht so oft, so dass das nichts Besonderes ist. Meine Tasche für den Elektronikkram und mein kleiner Rucksack sind allerdings den Anforderungen nicht gewachsen. Vier Wochen müssen die noch durchhalten, danach kommen die auch weg. Nach dem Wandern sind meine Schuhe auch durch, es kommt fast nichts wieder mit zurück, was ich mitgenommen habe. Elektronik und Rucksack, das wars.
Heute nacht um 1:40 AM gehts nach Las Vegas. Für einen Samstag, Sonntag und Montag s Labor Day, quasi 1. Mai, das wird gut. Und das in dieser Stadt. Komplett das Gegenteil zu der Natur hier, aber ich bin nicht weniger gespannt. Dann weiter nach Kalifornien in die Waldbrände und langsam wieder zurück.
Fotos: GC = Grand Canyon
 
Grüße aus Flagstaff
 
Chriss
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