Ihr könnt fliegen, aber nicht gleiten, USA, USA...
Einen schönen guten Morgen aus den Vereinigten Staaten von Amerika genauer genommen aus der Stadt des wichtigsten Golf Turniers der Welt, der US Masters, nämlich Augusta, Georgia...
Es gibt ne Menge zu erzählen, es ist eine Menge passiert. Natürlich, denn immerhin kommt der letzte Artikel von Donnerstag und jetzt ist schon Montag.
Zuerst mal: Es hat alles soweit geklappt. Das meiste gut, manches nicht so gut, aber ich bin hier, alles ist da und wie es sein wollte.
Freitagabend habe ich eine kleine Abschiedsfeier gemacht. Nichts Besonderes, nur eben mit ein paar Leuten ein paar Bier getrunken.
Samstag war dann das Rugby Spiel. Davon gibt auch Fotos, mal schauen, ob ich das heute noch mache...
Das Spiel war gut, vor allem haben "wir" gewonnen. Das sieht immer so brutal aus, ist aber sehr viel Taktik. Nur Stimmung gibts kaum. In D war ich nicht oft bei irgendwelchen Fußballspielen, aber da gibts immer eine heftige Stimmung. Beim All Blacks Spiel gibts keine Sprechchöre oder Wellen oder sowas. Wenn da 20 Leute zusammen irgendwas rufen, ist das schon viel. Party gibts nicht. Aber ein witziges Spiel. Wetter war auch gut, es hat zwei kleine Schauer gegeben, aber alles in allem vollkommen ok. In der Nacht habe ich schlecht geschlafen, weil erstens noch eine Feier im Gange war und zweitens ich etwas aufgeregt war. Da habe ich mir nachts noch ausgemalt, was alles schief gehen kann. Und es war ein ganze Menge.
Sonntag ist dann aber nichts wirklich schief gelaufen. Aufstehen, frühstücken, packen, verabschieden, per Shuttle zum Airport und einchecken. Da kam das erste Problem. Auf meinem Ticket stand, dass mein Gepäck innerhalb er oneworld Allianz immer zum Zielflughafen geht. Das war natürlich gelogen, in LA musste ich es nochmal abholen. Aber gut, das sollte in LA sein. Konnte ich in Auckland sowieso nichts gegen tun.
Am Flughafen habe ich noch Mirja getroffen, die kannte ich aus Tauranga und wir haben festgestellt, dass wir ziemlich die gleiche Flugzeit haben. Sie nach Fijj, ich in die USA. Also haben wir uns getroffen, Hallo gesagt und einen Kaffee getrunken.
Im Flugzeug habe ich festgestellt, dass mein Platz ganz gut war. Nicht am Notausgang, aber im Mittelblock am Gang direkt vor der Wand. Also hatte ich vorne etwas mehr Platz, als normal. Im Flugzeug gabs zwei Probleme. Erstens waren die Filme unter aller Sau... Naja, nicht wirklich schlimm, aber wenn ich schon einen Bildschirm habe, will ich auch gute Filme sehen. Das zweite Problem war schon ernster. Ich war im T-Shirt, im Flugzeug war es kalt (wie immer) und ich war wohl der einzige Platz ohne Decke. Und Ersatzdecken gabs nicht. Auch nicht auf Nachfrage. Also habe ich gefroren. Stundenlang. Weil mir kalt war konnte ich nicht schlafen und da schließt sich der Kreis wieder, dass das Problem mit den schlechten Filmen ernster wurde. Dafür war der Schachcomputer ein würdiger Gegner. Einer der wenigen. Die meisten Schachcomputer sind entweder zu leicht oder zu schwer. Unabhängig von der Schwierigkeitsstufe. Und natürlich war ich sauer. Aber auf wen? Wer hat meine Decke geklaut oder vergessen sie dahinzulegen und warum haben die keine Ersatzdecken? Nun ja, trotzdem war der Flug nach gut zwölf Stunden vorbei und wir waren mit einer halben Stunde Verspätung in LA. Zur Erinnerung, ich hatte insgesamt 2:05 Stunden Zeit da. Zum Glück war ich einer der Ersten, die das Flugzeug verlassen haben und bin dann schnell zur Einwanderungsbehörde Homeland Security. Dort habe ich dann auch nur 15 Minuten gewartet und dann die Fragen beantwortet. War aber alles ganz easy. Der hat ein paar Fragen gestellt, ich musste mein Rückflugticket zeigen und das wars. Dafür hat der meine Fingerabdrücke genommen und ein Foto gemacht. Die Fingerabdrücke sind zwar auch schon in meinem Reisepass gespeichert (RFID), aber ich glaube, dass der Datenschutz in D etwas besser ist, als in den USA. Zwar werden die Reisepass-Fingerabdrücke angeblich nicht gespeichert, aber das glaubt ja wohl keiner ernsthaft.
Aber jetzt bin ich in die USA eingereist. Die haben meine Kreditkartennummer, meine Fingerabdrücke und mein Foto. Das heißt, ich bin ein gläserner Mensch in der Welt.
Naja, auf jeden Fall war ich drin in den USA. Wie gesagt musste ich mein Gepäck abholen und direkt am Gate wieder abgeben. Sogar der richtige Aufkleber war schon drauf. Von LA über Chicago nach Atlanta. Aber der Flughafen Los Angeles wird auch gerade umgebaut (genau wie in Auckland und Atlanta, wieso sind alle Flughäfen immer eine Baustelle?). Vielleicht war deshalb die Gepäckabfertigung nicht ganz einsatzbereit. Wobei das zwar ein Grund, aber keine Entschuldigung ist. Der Flughafen ist ein absolutes Chaos. Alle 10m musste ich fragen, wo ich hin muss. Und es war komplett überfüllt. Zum Glück gab es einen Automaten zum self Check in. Da musste ich nur den Barcode scannen und der hat mir die Boarding Pässe ausgedruckt. Die Schalter waren so überfüllt, dass ich es zeitlich nicht geschafft hätte und Gepäck hatte ich ja auch nicht mehr. Fünf Minuten vor der Boarding Time war ich am Gate, hat also alles geklappt, wenn auch knapp. Der Flug war ok und in Chicago war auch alles gut. Ich hatte meinen Boarding Pass schon aus LA, mein Gepäck ging automatisch nach Atlanta und ich musste den Sicherheitsbereich nicht mal verlassen, sondern nur darin zum nächsten Gate. Zwar hatte ich auch nicht viel Zeit, aber ich brauchte ja auch nur fünf Minuten. Da es ein Inlandsflug war, musste ich nicht mal meinen Pass vorzeigen. Der letzte Flug war weniger als zwei Stunden, aber das war ein kleines Flugzeug. Da konnte ich gar nicht drin sitzen. Aber natürlich ging das auch. in Atlanta angekommen hab ich mein Gepäck abgeholt und bin raus. Da gabs wieder ein Problem. Wie finde ich Markus??? Mein neuseeländisches Handy hatte keinen Credit mehr, es gab keinen Geldautomaten und keine Shops, wo ich mir eine SIM-Karte hätte kaufen können und alle Telefone funktionieren nur mit Münzen. Gehts noch??? Ich bin in den USA und kann mit meiner Kreditkarte nicht telefonieren? Irgendwann habe ich einen Typen nach dem Weg gefragt und wir sind etwas ins Gespräch gekommen. Der hat mir netterweise angeboten, Markus anzurufen. Daraufhin haben wir uns auch gefunden und sind in Richtung Augusta gefahren. Unterwegs haben wir noch an einer Tanke angehalten und was zu trinken gekauft. 49 Cent ein Getränk im Becher zum selberzapfen. Egal welche Größe und der kleinste Becher sind 750ml, der größte 2L. Unbegrenztes Nachfüllen (selbstverständlich) inklusive. Ist hier immer und überall. Getränke kosten nichts. Damit meine ich Soft Drinks, kein Bier. Laut markus ist das auch dem heißen Wetter geschuldet. Im Moment habe ich angeblich Glück, weil es nur 33 Grad sind. Sehr kühl. Normal sind 40.
Da ist mir gestern noch was zu aufgefallen. Wir waren noch was essen und in der Straße waren viele Geschäfte, viele Leute, Auto, alles hell usw. Aber draußen war alles still. Hier ist man einfach nicht draußen. Draußen ist der Ort zwischen dem Auto und dem Gebäude aus dem man kommt oder in das man will. Auch gibt es keine Fahrradfahrer oder Fußgänger. Ungewohnt für mich, ich gehe gerne zu Fuß. Davon abgesehen habe ich ja auch kein Auto. Mal sehen, wie ich das mache. Vielleicht gibt es in richtig großen Städten auch ein Nahverkehrssystem. Hier fast nicht. Aber Augusta hat auch "nur" 200.000 Einwohner und nochmal 300.000 im Umland.
Ich denke, das wars erstmal für heute, aber ich bin noch nicht fertig mit allem, was ich schreiben will. Aber das hier geht erstmal online. Mehr Text und Bilder kommen die nächsten Tage. Für heute habe ich keien Lust mehr.
Grüße aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Chriss