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Krank bin ich etwas

Hallo Deutschland,
 
Grüße aus dem mistigen Auckland, in dem ich mir eine leichte Erkältung eingefangen habe. Ich will Sommer. Hoffentlich bin ich am WE wieder gesund. Erstens ist da das All Blacks Spiel und noch wichtiger fliege ich am Sonntag. Auf vielen Flughäfen werden Temperaturscanner eingesetzt. Und jeder, der nur eine leicht erhöhte Temperatur hat, wird erstmal auf Schweinegrippe untersucht. Das wäre nicht so gut. Vielleicht habe ich ja auch wirklich die Schweinegrippe. Das wäre erst recht nicht so gut, aber bisher gehts noch.
So langsam stellt sich das Abschiedsgefühl ein. Eben hab ich ein großes Paket zur Post gebracht mit allem Kram, den ich an Meike schicke. Sachen, die ich in den USA nicht mit mir rumschleppen will. Und es war bedeutend günstiger, als ich dachte. Jetzt habe ich auch ein gutes Gefühl mit meinem Gepäck. Zwar gibt es keine Waage im Hostel, aber ich habe sogar noch weniger Sachen, als vorher, also dürfte mein Rucksack auch leichter sein, was mir beim hitchhiken nur zugute kommen kann.
Um meine Reise Revue passieren zu lassen, probiere ich mal, meine Reisestationen augzuschreiben. Mal sehen, ob ich es hinbekomme. Damit kann ich mich dann evtl. auch später dran erinnern, was passiert ist.
 
Am 19. Dezember bin ich in Auckland angekommen, zwei Wochen hier gewesen und auf mein Auto gewartet.
Anfang Januar gings nach Northland, Whangarei, Russel, Pahia, Cape Reinga, 90-mile-Beach, Kaitaia und mit einer kaputten Bremse wieder zurück nach Auckland. Dort musste ich die Bremse reparieren lassen und zum Big Day Out gehen (Rockmusikfestival).
Dort habe ich in verschiedenen Hostels Zettel ausgehängt, dass ich ein Auto habe und rumreisen will und dafür Leute suche, die sich die Spritkosten mit mir teilen. Daraufhin haben sich Milada und Jitka gemeldet, die beiden Tschechinnen, die aber vorher noch per Bus Northland erkunden wollten. In Whangatau (vielleicht richtig geschrieben), nördlich von Warkworth haben die Arbeit gefunden und mir auch einen Platz besorgt. Da haben wir uns also wiedergetroffen und für zwei Wochen gearbeitet. Gewohnt in Rays Haus, dem Maori, witzig, geldgeil und hin und wieder nervig. Aber ein guter Mensch. Dort haben wir Katrin getroffen, eine Deutsche, die auch mit uns gekommen ist. Also sind wir dann Anfang Februar zu viert in Richtung Süden gefahren. Ich mit drei Frauen... Hört sich schön an, war manchmal ganz schön nervig, aber meist gut.
Erst gings nach Roturua, die stinkende Stadt (Schwefel wegen der ganzen Geysire und Vulkane), da war ich eine Woche, hab das Raggaemuffin mitgemacht (Raggaefestival) und die Frauen haben einen Great Walk im Tongariro National Park gemacht. In Taupo haben wir uns wiedergetroffen und sind nach Wellington gefahren. Dort haben wir nur eine Nacht verbracht und sind so schnell wie möglich mit der Fähre zur Südinsel gefahren und dann nach Nelson. Dort haben wir kein Hostel bekommen, haben gezeltet, während die beiden Tschechinnen unter(!) dem Auto geschlafen haben.
Es ging weiter nach Punakaiki, auf dem Weg dorthin hatten wir das Problem, dass uns der Sprit fast ausgegangen ist. Merke: Auf der Südinsel immer tanken, wenn es möglich ist.
Dort zwei, drei Tage, etwas gewandert, etwas relaxed...
Weiter zum Franz Josef Glacier und zum Fox Glacier. Jitka und ich haben eine Gletschertour gemacht. Weiter nach Queenstown und einen Tag später nach Invercargill. Dann zum Great Walk nach Stewart Island. Natürlich mussten wir erst nach Bluff, um die Fähre nach Stewart Island zu nehmen.
Drei Tage später ging es wieder zurück nach Queenstown. Entspannen und vorbereiten. Ich habe meinen Bungysprung und den Arc gemacht. Dann gings gleich weiter auf den nächsten Great Walk, Routebourn-Track und im Anschluss die Bootstour durch den Milford Sound, die enttäuschend war. lag aber eher daran, dass der Routebourn-Track der Knüller war an Aussichten und auf dem Boot im Milford Sound... Das erste mal seit drei Tagen warm sitzen, drei Tage lang keine Dusche, kein richtiges Bett. Da kann einem die Schönheit der Natur schon mal egal sein. Vor allem, weil die Wanderung vorher fast nicht zu toppen war. Um den Milford Sound in voller Schönheit zu sehen, muss man wohl entweder wandern oder fliegen.
OK, weiter... Zurück nach Queenstown und weiter nach Christchurch. Das wars dann mit unserer kleinen Reisegesellschaft. Dort sind Maik und Marcus aus Australien angekommen, wir haben maiks Geburtstag am 4. und meinen am 6. März gefeiert und sind bald darauf nach Norden gefahren. Erste Nacht in einem kleinen Kaff, in den etwa 300 Einwohner leben und wo eine Feier mit geschätzten 2000 Leuten war. Dann waren wir in Kaikoura. Von da habe ich ein Hostel in Blenheim angefufen und der Besitzer hat mich gefragt, ob ich einen Job suche. Da konnte ich nicht nein sagen. Also haben wir uns getrennt, Maik und Marcus sind weiter durch NZ gefahren und ich habe auf den Vineyards in Blenheim gearbeitet, zwei Wochen. Irgendwann bin ich nach Nelson gefahren, habe da Ulla und Mia getroffen, die ich noch von Rays Haus kannte. Eigentlich war der Plan, wieder zurück nach Blenheim zugehen, aber angeblich gab es Jobs in Kerikeri. Also bin ich in einem Gewaltakt in weniger als zwei Tagen von Nelson nach Kerikeri gefahren. Dort gabs dann natürlich keine Jobs und ich habe nur ein/zwei Cashjobs gemacht. Nach zwei Wochen gings wieder nach Auckland, um dort auf dem bau zu arbeiten, da habe ich in zwei Wochen aber auch nur zwei Tage gearbeitet, wieder Kerikeri, da endliche einen guten Job als Mandarinenpflücker gehabt, aber dann kam Meike auch schon an. Also wieder nach Auckland und Meike abholen. Erst zwei Tage in Auckland, dann zwei Tage an der Bay of Islands inkl. Segeltörn. Wieder nach Auckland und mit dem Flieger nach Christchurch. Klugerweise hatte ich meinen Führerschein vergessen, was den Plan, ein Auto zu mieten obselet machte. Also sind wir mit dem Zug nach Greymouth gefahren, weiter mit Bus zum Fox Glacier, zwei Nächte dort. Mit Bus weiter nach Queenstown, dann wieder nach Christchurch und mit dem Flieger wieder nach Auckland. Von dort nach Taupo. Der Plan war das Tongariro-Crossing zu machen, aber da lag 2m Schnee und alle Touren wurden abgesagt. Also sind wir nur so etwas gegangen und nass geworden.
Auf zum Mt. Taranaki und auf Nebenstraßen wieder zurück nach Auckland, wo Meike auch schon wieder zurück musste. Mittlerweile war es auch schon Ende Mai. Und ich wollte wieder arbeiten, bin diesmal nach Tauranga gegangen. Dort habe ich Kiwis gepflückt, dann gewartet, dann generelle Arbeiten auf einem Kiwi-Orchard gemacht und Anfang Juli wieder nach Auckland gefahren, um mein Auto zu verkaufen. Dort bin ich jetzt immer noch und sitze im Internetcafe und freue mich, dass ich mich immer noch so detailliert an alles erinnern kann. Obwohl es schon lange her ist und vor allem auch soviel ist.
Faszinierend.
 
Sprung in die Gegenwart.
In Auckland ist gerade das NZ Film Festival, das heißt, dass alle Hostels und Hotels voll sind mit Filmliebhabern. Eben auch unser Hostel. Nervig, ich muss mir meinen Raum jetzt teilen. Ist nun mal so, wenn man ein Dormbett hat, aber meist ist nicht soviel los, weil das Hostel sein Geld eher durch die Langzeitgäste in den Studios verdient und das Travellerhostel eher nebenbei betreibt.
 
Und mir ist zum wiederholten Male aufgefallen, dass Südamerikaner absolut kein Verhältnis zu Lautstärke haben. Telefonieren beim Video schauen oder mitten in der Nacht. Feierei mitten in der Nacht direkt vor der Tür schlafender Leute, wenn die am nächsten Tag arbeiten müssen. Die wissen das natürlich und meinen das absolut nicht böse, aber auf den für mich logischen Schluss, etwas leiser zu sein, kommen die nicht. Das ist auch faszinierend. Und man kann auch nicht fragen, ob die leiser ein können. Die entschuldigen sich, probieren es auch, aber es klappt nur für etwa zwei Minuten.
 
Eigentlich wollte ich noch etws zur NZ Musik sagen, aber ich habe keine Lust mehr, ich gehe wieder ins Hostel.
 
Grüße
 
Chriss
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