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Auckland die was weiß ich wievielte

Hallo nach Deutschland, Finnland und USA und wo der Blog noch gelesen wird, in China ja nicht...
 
jetzt würde ich euch gerne wahnsinnig neue Ereignisse präsentieren, aber hab nur Allgemeinheiten zu verbreiten. Das einzige, was passiert ist: Ich habe Arbeit. Die Geschichte ist aber auch schnell erzählt. Um 6:30AM bin ich dort angetanzt, hab ne Stunde gewartet und der Typ hat mir dann eine Adresse von einer Baustelle gegeben. Die Fahrerin von der Zeitarbeitsfirma hat mich dahingebracht, ich bin in diesem Zusammenhang übrigens froh, dass ich noch lebe. Das gleiche denke ich auch von der Rückfahrt, da wars aber ein anderer Fahrer. Erstmal stand eine falsche Adresse auf meinem Zettel, die wussten nicht, dass wir da auftauchten. Also hat uns die Frau durch halb Auckland zu der richtigen Adresse gebracht. Ein Privathaus, das renoviert wird in der absolut besten Lage von Auckland. Das Standardauto in dieser Straße war der 7 BMW, aber auch an Mercedes hat es nicht gemangelt. Sogar ein Ferrari stand bei einem Nachbarn vor der Tür. Schöne Häuser 30m vom Ozean entfernt und 20m darüber, am Hang und wir hatten den Swimming-Pool von außen mit Sand und Kies anzufüllen. Den ganzen Tag mit der Schubkarre zwischen Sandhaufen zum Swimmingpool hin und her fahren. War richtig anstrengend, aber es war schönes Wetter und von der Aussicht gar nicht zu reden. Das Haus würde mir auch stehen, dafür fehlt mir aber noch die richtige Geschäftsidee.
Was noch? Die Terroristen, Islamisten, Taliban oder wer auch immer haben wieder einen neuen Grund gefunden, Menschen von der Schlechtigkeit der USA zu überzeugen. Eigentlich kann man nur noch Mitleid mit den USA haben. Alles, was die machen wird in der Weltöffentlichkeit erstmal als schlecht angesehen, nur, weil es von denen kommt. Ich denke, dass es nicht so einen Hass auf D gegeben hätte, wenn die GSG9 das deutsche Schiff gestürmt hätte. Aber einseitig argumentieren muss ja sein. Sonst könnte man ja keine Stimmungen erzeugen, egal ob pro oder kontra gegen wen oder was auch immer. Religion, Politik, Städte oder Nachbarn. Und die Argumente sind meist alle richtig, nur eben in eine bestimmte Richtung ausrichtet.
Nach allen Nachrichten bin ich immer mehr überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war, jetzt hier zu sein. In D geht ja alles wirtschaftlich den Bach runter, auch wenn ich wohl einen Job finden würde. Irgendwie. Mal schauen, wie es Ende dieses Jahres aussieht, wenn ich wieder da bin. Hoffentlich besser, aber wirklich gut bestimmt nicht. Vor allem, weil der Arbeitsmarkt der Wirtschaftslage meist ein halbes Jahr hinterherhinkt. Dafür müsste die Wirtschaft also genau jetzt anspringen, eher unwahrscheinlich. Falls solche allgemeinen Regeln überhaupt noch gelten, mittlerweile werden ja alle Regeln und das gesamte System der (heute gelebten) Marktwirtschaft infrage gestellt.
Hallo mal wieder, es ist jetzt Donnerstagabend und alles ist gut. Gestern war keine Arbeit. Um halb 7 bin ich wieder da angetanzt, aber es werden natürlich immer nur soviele Jobs vergeben, wie gerade da sind. Und es waren kaum Jobs da, viele Leute sind sitzengeblieben und nach zwei Stunden warten bin ich wieder abgehauen. Da war ich echt angepisst. Sowas passiert in D selten. Ich hab mal wieder gemerkt, wie deutsch ich bin. In D weiß man meist mindestens einen Tag vorher, ob man arbeitet und muss sich nicht morgens auf sein Glück verlassen. Klar gibt es auch Tagesjobs, aber selten. Diese relaxte Art hier ist echt nicht mein Fall. Die Arbeitsweise an sich unterscheidet sich ja auch. D würde ich beschreiben mit: Mach es richtig, mach es gut und mach es schnell. Hier beschränkt sich das auf: Mach es richtig. Einfach mal 10 oder 20 Minuten rumzustehen und auf irgendetwas zu warten ist meines Erachtens auf einer Baustelle in D nicht zu erwarten. Hier dagegen völlig normal. Da haben wir es wieder. Deutsche Ordnung, Disziplin und Sauberkeit sind nicht nur reine Vorurteile.
Ein Beispiel: Wir haben ja das Bodenlevel zwischen Swimming-Pool und einer Wand auf Höhe des Pools gebracht. Eine Wasserleitung lag direkt auf einer Betonkante vom Fundament des Pools. Eigentlich die perfekte Stelle, an der sie brechen kann, wenn dort Gewicht draufkommt. Z.B. tonnenweise Sand, der auch noch durch Rütteln verfestigt wird. Ich hab den Vorschlag gemacht dort etwas Dämmmaterial drunterzulegen, um genau das zu vermeiden, aber als Antwort kam nur: "Passt schon." Naja, ich muss den Kram nicht wieder ausbuddeln und selbst wenn: Ich werde stundenweise bezahlt und nicht nach Erfolg.
Heute war ich wieder auf der gleichen Baustelle, wir haben viel Kleinkram gemacht. Hört sich gut an, war aber anstrengender, weil wir viel per Hand schaufeln mussten. Die andere Seite des Pools war auch anzufüllen, aber die war per Bagger zu erreichen, somit mussten wir den Sand/Kies/Schutt nur verteilen und verfestigen. Der Rüttler hatte einen Benzinmotor und musste per Seil "angeschmissen" werden, wie ein Rasenmäher. Zuhause haben wir seit ewigen Zeiten einen solchen Rasenmäher und seitdem ich das erste Mal unseren Rasen gemäht habe, hat mein Vater mich IMMER daran erinnert, nicht zu fest und zu weit zu ziehen, um das Seil nicht abzureißen. Ist mir quasi ins Blut übergegangen. Erst habe ich den Rüttler immer gestartet und bedient, das letzte Mal hats dann mein Kollege gemacht und prompt das Seil abgerissen. Toll, aber wie gesagt, es war das letzte Mal für heute und gestartet war er...
Mein Rücken bedankt sich auch schon für das Arbeiten mit Schubkarre und Schaufel, aber immerhin spare ich mir das Fitnessstudio. Und es sind nur die Muskeln und nicht die Knochen oder gar die Wirbel. Zusammen mit meinem mittlerweile einigermaßen regelmäßigen (heftige drei Wörter hintereinander) Joggen fühle ich mich sogar ziemlich fit.
So, morgen geht es wieder zu AWF (Allied Work Forces). Hoffentlich gibt es Arbeit. Heute war ich um 8AM da und es hat keiner mehr gewartet, also war genug zu tun. Oder keine hatte Lust aufzustehen.
Mittwoch hatte ich ja schlechte Laune und vor allem Langeweile, das ist echt das Schlimmste. Sogar die Küche habe ich hier aufgeräumt. AUS LANGEWEILE. Muss ich mich deshalb ausgenutzt fühlen? Klar mache ich anderer Leute Dreck weg, weil er mich stört. Andererseits habe ich es freiwillig und gerne gemacht, da nichts zu tun war. Das war jetzt keine wirklich Frage, sondern eher philosophisch. Natürlich sind wir alle froh, dass es jetzt aussieht, wie es aussieht und ich bin zufrieden.
 
C U
 
Chriss
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