Hi,
jetzt mal wieder alles auf einmal. Im Moment sind wir gerade in Punakaiki (sprich Punaka-iki). Es ist viel passiert und ich habe Zeit, deshalb wird der Artikel auch lang.
Allerdings sind keine großartigen Sachen passiert. Wir sind auf die Südinsel rüber, in Nelson haben wir kein Hostel gefunden und mussten deshalb zelten, gestern sind wir dann von Nelson bis hierhin gefahren und bleiben bis Samstag.
Als erstes mal die Nacht von Montag auf Dienstag in Wellington. Ich konnte überhaupt nicht schlafen, denn wir waren in einem 20-Bett-Zimmer. Also kam immer wer rein oder ging raus, Schnarcher waren auch genug da und Angst um meine Sachen hatte ich auch. Das Hostel war riesig. Es ging über sechs Etagen. Das Erdgeschoss war nur Rezeption und Büro, im ersten Stock waren Gästeküche, Restaurant, Lounge, TV-Room, Bar... Und die übrigen vier Etagen waren eben die Zimmer. Aber das ist unüblich. Die meisten Hostels haben 20 - 50 Betten und als Ausstattung eine Gästeküche und Waschmaschine und Trockner. Ein Fernseher ist schon Luxus. Hier gabs eben alles für geschätzte 400 - 500 Personen. Mir persönlich zu groß, aber die beiden Tschechinnen sind immer auf der Suche nach den günstigsten Sachen. Der Unterschied liegt meist bei 2 - 3 NZ$, also um einen €. Da präferiere ich doch den Euro mehr und dafür etwas mehr Gemütlichkeit. Aber naja, war eben eine schlechte Erfahrung.
Die Fährüberfahrt war erst langweilig. Eben eine Fahrt auf einem Schiff, aber die zweite Hälfte war viel besser. Erst muss man von Wellington aus über die Cook Street in Richtung Südinsel, aber vor der Südinsel sind hunderte von kleinen Inseln. Das ist eine wunderschöne Landschaft, da kann man gut draußen sitzen und sie sich anschauen. In Picton kommt man an, das ist nur einen kleine Stadt und wir sind sofort weiter in Richtung Nelson. Durch viele, viele Weinberge sind wir dann auch angekommen und Nelson ist auch eine wirklich schöne Stadt. Mit genau 14 Hosteln, die allesamt komplett belegt waren. Ein einziges Bett war noch frei in allen Hosteln zusammen. Nach langer Überlegung sind wir dann auf einen Zeltplatz gefahren. Hat sich im Endeffekt auch als absolut richtige Entscheidung herausgestellt. Der Zeltplatz lag direkt am Meer, Jitka hatte Angst vor den Wellengeräuschen wegen eines Tsunamis. Sie hat mit Milada draußen geschlafen, weil wir nur ein Zelt hatten, meins. Und da passen nun mal nur drei Leute rein. Aber beide haben gesagt, dass sie draußen schlafen wollten. Keine Ahnung, ob das stimmte. Ist auch egal. Morgens waren wir uns auf jeden Fall einig, dass wir alle gut geschlafen haben.
Wir sind dann auch losgefahren in Richtung hier (Punakaiki) und haben eine abenteuerliche Fahrt hinter uns gebracht. Als erstes: Auf der Südinsel gibt es keine Menschen. Insgesamt sind es etwa 1. Million und die Südinsel macht ca. 60% der Landfläche von NZ aus. Und davon schon über die Hälfte in den drei größten Städten der Südinsel. Das merkt man auch. Die "Städte" durch die wir gekommen sind, bestanden meist aus unter 100 Häusern. Und es gibt dort nichts... Noch nicht mal eine Tankstelle, was uns auch fast zum Verhängnis geworden ist. Die letzte Tankstelle haben wir in einer Kleinstadt gesehen, ich hab noch überlegt, aber der Tank war noch fast halbvoll. Und dann kam erstmal 150 km nichts. Keine Stadt, kein Laden, keine Tankstelle. Und je nach Steigung oder Gefälle war die Tanknadel direkt auf E (wie Empty) oder noch auf der Hälfte zwischen halb und Viertel. OK, etwas machen konnten wir sowieso nicht, also haben wir gehofft und sind gefahren. Punakaiki war schon über 100 km vorher ausgeschildert, also haben wir gehofft, dass es etwas größer ist, mit Tankstelle und so. Wir sind angekommen, durchgefahren und sind am Ende an der Touristinformation angehalten, weil es diesmal ca. 20 Häuser waren. Die haben uns erzählt, dass es hier nichts gibt und die Ausschilderung nur auf den touristischen Attraktionen beruht. Dazu komme ich aber gleich noch. Erstmal Tanken. Da die Tanknadel sich mittlerweile nicht mehr bewegt hat, wollten wir nicht mehr weiterfahren. Denn ältere Dieselmotoren müssen in der Werkstatt entlüftet werden, wenn sie wegen Spritmangel ausgehen. Zum Glück hatte ein Hotel noch ein Fass Diesel im Garten stehen. Für den Rasenmäher oder ein Boot oder was weiß ich. Der Typ hat uns dann 9 Liter für fast Tankstellenpreis verkauft. Das war gut. Damit kommen wir Samstag nach Greymouth zu einer richtigen Tankstelle. Zu dem Fass Diesel im Garten ist noch zu sagen, dass es jegliche Umweltstandards über Bord wirft. Der Typ hat den Kanister mit Wasser ausgespült und es einfach weggeschüttet. Als der Kanister voll war, hat er den Schlauch rausgezogen und den Rest einfach in den Garten laufen lassen, etwa 10 Meter vom Strand entfernt. Das hat mich als Deutschen etwas irritiert.
OK, das auf jeden Fall zu dem Tanken. Ab jetzt wird überall getankt, wo es möglich ist, nicht wenn es nötig ist.
Hier das Dorf ist ganz nett. Es gibt die Pancake Rocks (ja, es heißt das, was ihr denkt). Die Felsen sehen aus, als wenn das übereinandergestapelte Pfannkuchen sind. Und die Felsformationen an sich sind auch interessant. Da gibt es einige kleine Höhlen, die oben offen sind. Bei Flut brechen die Wellen in die Höhlen und spucken das Wasser durch den oberen Ausgang wieder raus. Leider hat es bei Fluthöchststand tierisch geregnet heute, deshalb wollte ich keine Fotos machen, ich hatte Angst um meine Kamera. Danach sind wir noch durch den Nationalpark gegangen, einen kleinen Walk. Angegeben waren vier Stunden, aber ich bin nur zweieinhalb gegangen. Milada wollte nicht, weil es ja geregnet hat und die beiden anderen sind an einer Kreuzung umgedreht, weil denen der andere Weg zu weit war. War aber genauso lang wie der Hinweg, nur bedeutend schwieriger und nicht so gut ausgebaut. Und es war ein River Crossing dabei. Also einmal durch den Fluss. Ohne Brücke. Der Fluss war nicht sehr tief, nur etwa bis zu den Knien (mit einem "e" oder mit zweien?). Und die zu überbrückende Distanz war auch nur ca. 3 Meter. Aber die Strömung war stark. Auf dem ganzen Weg habe ich keine Menschenseele getroffen, also Schuhe, Socken und Hose aus und durch. Die Schritte sind dann nur etwa 10 cm weit und der Fuß wird nur belastet, wenn es wirklich sicher ist, dass ich gut stehe. Wenn ich umgefallen wäre, wäre es auch kein Weltuntergang gewesen. Mir wäre nichts passiert, aber ich wäre eben nass gewesen. Inklusive aller Klamotten.
Damit ist auch schon alles gesagt. Der Sonnenuntergang war heute sehr schön, hinter den Wolken. Und Milada hat zu sehr dem Wein zugesprochen und gerade Oper gesungen. Nicht wirklich professionell, aber ich hab mich gewundert wie gut sie sich angehört hat.
Und ich hab mich komplett mit den Städten vertan. Marcus und Maik kommen ja in Christchurch an, aber das ist eine sehenswürdige, große und alte Stadt. Die Adrenalin- und Partystadt ist Queenstownn.
Der Typ im Hostel will 6 NZ$ für eine Stunde Internet an seinen Computern haben, aber den Schlüssel für sein W-Lan-Netzwerk gibt der für 10 NZ$ für zwei Tage raus. Und da Internet hier ein Luxusgut ist, sind wir fast den ganzen Tag online. Gut, dass der so selten ins Wohnzimmer kommt, sonst würde der mit Sicherheit sauer.
OK, bis dann
Chriss