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Einmal durch das Land

Moin, moin,
 
wie gehts es euch denn so im fernen Deutschland? I DID IT!!! From sea to shining sea. Welcome to San Diego, California. Across the USA. Fehlt nur noch das obligatorische Bad im Pazifik.
Aber vorher nochmal zu Las Vegas, so wenig Geschichte, wie ich dachte, gibt es da gar nicht zu. Früher (vor 100 Jahren) haben die Mexikaner und Kalifornier viel miteinander gehandelt, vor allem Gold, aber sehr viele sind in der Wüste gestorben. Typische Wüstengefahren. Also haben die in der Mitte eine Stadt gegründet, weil da die einzige Quelle weit und breit war. In der Depression der 30er Jahre war Las Vegas eine der wenigen Städte, die noch Geld hatte, zudem wurde der Hoover-Damm gebaut (New Deal), wodurch die Wasser- und Stromversorgung gesichert wurde. Und das Glücksspiel wurde legalisiert, was viele Touristen dahinlockte. In den 50er Jahren wollten viele Leute die Atombombentests sehen, die in der Wüste von Nevada stattfanden. Im Gegensatz zu damals war die Angst vor Radioaktivität "etwas" geringer. Wobei es bis heute nicht gesichert ist, dass Radioaktivität wirklich so gefährlich ist. Dann gab es viele Mafiageschichten, ihr kennt "Der Pate" und "Casino", was das Image und somit den Tourismus einbrechen ließen. In den 70er und 80er war Las Vegas verschrien als unmoralisch, dreckig und gefährlich.
In den 90er Jahren wurde dann das Konzept geändert. Riesige Hotelkomplexe für Reiche wurden hochgezogen und der Werbespruch von "City of sin" in "City of Entertainment" geändert. Heute kommt nur noch ein Viertel der Einnahmen aus dem Glücksspiel und drei Viertel aus Einzelhandel und Shows. Das war vor 40 Jahren genau andersherum. Seitdem boomt die Stadt, es kommen Menschen aus absolut allen Schichten dahin. Nicht alles ist Luxus, es gibt immer noch die billigen Kaschemmen und Ganoven, aber eben auch das glitzernde, reiche Las Vegas.
Das eben dazu. Wir waren jeden Abend weg, also vier Tage und es reicht auch. Man könnte auch ohne Geld durch die Hotels und Casinos gehen und es sich anschauen, aber es reicht wirklich. Das ist zuviel. Wenn ich irgendwann mal Geld habe, komme ich wieder und verspiele Haus und Hof...
So. Red Rock Canyon. Das war sogar noch besser, als das Wandern in El Paso, Texas. Der Red Rock Canyon besteht aus Sandstein und wenn es mal regnet, was selten genug in der Wüste vorkommt, formt er sowas wie Stufen in den Stein. Da klettert man wirklich, auch extrem steil. Und man hat unglaublichen Grip in den Steinen. Sau anstrengend, aber sehr gut. Danach waren wir im Red Rock Hotel am Pool, 5 Sterne und der Manager vom Hostel hat eine Abmachung, dass wir den Pool benutzen dürfen, wenn wir danach zum Buffet gehen. Das Buffet war allerdings geschlossen. Das erste mal seit 2 Jahren. Also sind wir etwas rumgefahren und letztendlich im Circus, Circus gelandet. Angeblich kann das Buffet dort nicht im geringsten mit dem im Red Rock mithalten, aber ich fand es sehr, sehr gut. Eine Salatbar, eine Dessertbar, die gleiche Größe nur für Getränke und eine riesiges Buffet für Hauptspeisen. Danach konnte ich mich nicht mehr bewegen. Und weil wir gerade da waren, haben wir uns noch eine Circus-Show angeschaut. Alle halbe Stunde. Muss für die Darsteller doch langweilig sein, auch wenn es nicht immer die gleiche Show ist, oder? Andererseits hat man für eine Zeit ein geregeltes Einkommen, was bei Circus-Darstellern nicht immer so ist. Abends haben wir eine keine Tour über den Strip gemacht, mit dem Manager, der uns viele Sachen erzählt hat. Über Las Vegas, Restaurants und Casinos, aber das wäre jetzt wirklich zuviel.
Nur eine Geschichte. Donald Trump kennt ihr ja alle. Der wollte ein Hotel am Strip bauen, aber die Leute in Vegas wollten keinen New Yorker in "ihrer" Stadt. Also hat er kein Grundstück/Genehmigung... bekommen. Daraufhin hat er sich ein Grundstück wenige 100m neben dem Strip gekauft und ein großes Hotel gebaut. Übrigens das einzige Hotel ohne Kasino. Alle haben sich gefragt, was das soll und als er fertig war stellte sich raus, dass er ganz schön schlau war. Der Las Vegas Boulevard (Strip) macht in der Mitte einen kleinen Knick. Dadurch steht der Trump tower jetzt in der absoluten Mitte der Las Vegas Skyline, obwohl eben nicht auf dem Strip.
So Mittwoch habe ich mich ausgeruht und bin nachmittags gefahren. Das war... Interessant. Ich habe ja den Discovery Pass, mit dem ich 60 Tage unbegrenztes Reisen mit dem Greyhound-Bus habe. Das normale Prozedere läuft so, dass ich zum Ticket-Counter gehe, mir mein Ticket bestelle und das durch Vorzeigen des Discovery-Passes "bezahle". Las Vegas scheint die einzige Stadt zu sein, wo ich gar kein Ticket brauche. Wenn ich den Pass vorzeige und im Bus Platz ist, kann ich mit. Nur für meinen Rucksack brauche ich ein tag. Soweit so gut. Ich bin in den Bus gestiegen, natürlich mit einer halben Stunde Verspätung und nach LA gefahren. Dort wiederum brauchte ich ein Ticket, weiter nach San Diego. Der Typ hat sich aber vertan und mir ein Ticket für San ??? (ich hab das Ticket nicht zur Hand und keine Lust das zu holen) gebucht. Und ich Vollidiot habs nicht gemerkt. Und als ich das Ticket vorgezeigt habe, kam der Vorwurf, dass ich nicht darauf geachtet hätte. OK, stimmt ja auch, aber der Fehler kam doch wohl erst von deren Seite. Zweites Problem. Mein Gepäck tag kam aus Las Vegas, mein Ticket aus LA. Nicht wirklich einleuchtend und schwierig zu erklären, wenn der Busfahrer mies drauf ist und los will. Mein Fehler bestand darin, mein Ticket nicht zu überprüfen, deren Fehler, dass die komplett schlecht organisiert sind. Fing in Las Vegas an, dann das falsche Ticket (was mit der richtigen Organisation in Vegas nicht passiert wäre) und dann auch noch unfreundlich sein, mich beschuldigen und mir nicht helfen wollen. *hartes Kraftwort im Plural*
Letztendlich bin ich mit dem falschen Ticket und einem Gepäck tag, was nicht dazu passt nach San Diego gefahren, brauchte nichts vorzuzeigen und habe mein Gepäck auch einfach so wiederbekommen, ohne etwas vorzuzeigen. Um 4:50 AM bin ich angekommen, hab noch zwei Deutsche getroffen, die ich so schnell wie möglich loswerden wolle. Hat auch gut geklappt, ohne unhöflich zu sein. Da ich weit gehen musste (ca. 9km mit Gepäck), bin ich sofort los, habe etwa 200 Obdachlose gesehen, aber keiner hat mich angebettelt. Nur die Uhrzeit wollte einer wissen. Am Hafen bin ich vorbeigegangen und den Sonnenaufgang gesehen und sehr viele Soldaten. Unter anderem auch das Klischee der im Gleichschritt laufenden und singenden Soldaten, wie man das aus Filme kennt. San Diego hat eine der größten Navy-Basen der USA, dort sind Flugzeugträger, Atom-U-Boote und viele, viele andere Schiffe der Pazifik-Flotte stationiert. Unter anderem ist hier das Hauptquartier der Navy Seals und bis 1996 Top Gun (heute Nevada). Der Film "Top Gun" (1986) wurde somit auch hier gedreht.
Jetzt habe ich mich aber vergewissert. Geschichte San Diego = Langweilig. Spanien gründet eine Stadt in seiner Kolonie, dann gehört es zu Mexiko, später zu den USA, es gab einen Goldrausch und dann das moderne Kalifornien.
Das interessanteste ist, dass die gesamte Pazifik-Flotte der US-Navy nach dem Angriff auf Pearl Harbour nach San Diego verlegt wurde. San Diego und die US Navy sind stark verbunden. Ansonsten ist San Diego die siebt- (Lonely Planet) oder achtgrößte (wikipedia) Stadt der USA mit 1,3 Mio. Einwohnern und es gibt viel zu sehen. Z.B. Seaworld, eines der größten Aquarien der Welt, aber den Eintritt bezahlt kein Backpacker. Der "normale" Zoo ist auch einer der größten der Welt, den schaue ich mir an. Und vor der Stadt gibt es eine "Außenstelle" des Zoos, einen riesigen Wildpark, aber ohne Auto komme ich da nicht hin und Touren sind nicht zu bezahlen. Seaworld kann ich mir sparen, aber den Wildpark hätte ich mir gerne angeschaut. Naja, man hat Geld oder Zeit. Oder nichts, aber nie beides. Und ich habe gerade Zeit.
Für teure Einzelattraktionen kann ich ja mal wiederkommen, wenn ich einen Job habe, also Geld, aber keine Zeit mehr.
Einen schönen Park gibt es, viele Museen, mal schauen, ob das sein muss, denn ich weiß ja, dass ich mir keine History Museen anschauen muss und auch nichts übers Militär und ich weiß nicht, was dann noch bleibt. Das werde ich die tage mal sehen und euch berichten.
Übrigens ist heute schon der zweite Tag, an dem ich nichts mache, aber habe immer noch Muskelkater vom Klettern. Heftig, aber ich würde es sofort wieder machen.
 
Jetzt stelle ich noch Fotos rein und dann gibt es Abendessen. LV = Las Vegas.
Ach ja, kein LA, auch wenn Christie das gefallen hat. San Francisco, Moab (Arches National Park), vielleicht Aspen, Denver und zurück. Reicht.
 
Und der erste Typ, den ich hier kennengelernt habe, ist ein schwuler, schwarzer New Yorker. Nicht, dass ich irgendetwas gegen den habe, aber der erfüllt absolut jedes Klischee. Tusse, ständig am kreischen. Er findet übrigens den Sänger von BLINK 182 äußerst süß und den beiden französischen Surfern hier im Hostel pfeift der auch hinterher. Manchmal witzig, manchmal zu übertrieben. Das ist die Zielgruppe, aus der MTV seine Kandidaten für diverse Shows anheuert.
 
Schöne Grüße aus San Diego.
 
Chriss
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