Hallo Leute,
mal wieder schöne Grüße aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Und es ist mal wieder viel passiert.
Im Moment befinde ich mich gerade in Florida City, der nächsten Stadt zu den Everglades. Der Plan mit Naples ist also schon wieder Geschichte, aber diese Stadt passte mir gerade ganz gut in den Kram, aber der Reihe nach.
Samstag früh bin ich mit dem öffentlichen Bus zur Greyhoundstation gefahren. Auf dem Weg habe ich dabei noch einen anderen Deutschen kennengelernt, sein Bus nach Orlando fuhr fünf Minuten nach mir. Etwas Gesellschaft ist ja auch nie schlecht beim Warten und Bus fahren. Im Bus haben wir nochmal die Skyline von Miami gesehen, absolut beeindruckend. An der Busstation ist dann jeder in seinen Bus gestiegen und losgefahren. Mein Bus war fast leer, was nicht schlecht war. Und die Fahrt war sehr beeindruckend. Die "Brücke" nach Key West ist ein etwa 200km langer aufgeschütteter Wall, der von Insel zu Insel führt und zwischendurch mal richtige Brücken dazwischen hat, um Boote, Wasser und Tiere durchzulassen. Und alles sieht so aus, wie man sich die Karibik vorstellt. Blaues Meer, Palmen, Korallenriffe. Vergleichen mit NZ kann ich es nicht, das ist eine ganz andere Schönheit, aber beides ist toll. Fotos gibts auch. Mal sehen, ob ich die heute noch fertig mache.
Fotos, gutes Thema. over-bog.de sagt mir, dass ich keine Fotoalben mehr veröffentlichen kann. Also gibt es eine neue Strategie. Das letzte Album ändere ich so um, dass ich die nächsten Fotos immer nur noch dranhänge. Das wird also ein sehr großes Album, wahrscheinlich mit den gesamten restlichen Fotos meiner Reise.
Aber weiter zum Geschehen. Key West. Am Flughafen war die Greyhound-Station. Mit dem öffentlichen Bus bin ich nach Downtown gefahren und nebenbei habe ich noch eine Italienerin geschockt, die es nicht glauben konnte, dass ich mit einem Rucksack zehn Monate durchhalten kann. Die war aber auch erst 16 und ein Prinzesschen.
In Key West hab ich ein Hostel gefunden, weil auf www.Hostelworld.com gabs da keins. Das Hostel war teuer, dreckig, aber das Beste, was es gab. Zu Key West noch eben, die Insel ist 5 x 3 km, wovon ein großer Teil vom Flughafen und der Militärbasis eingenommen wird. Und dort leben alle Leute vom Tourismus, dementsprechend sieht es da auch aus. Dieses WE war Lobsterfest, Tausende Leute, Livebands und Hummer für alle... Nur ich hab aus Budgetgründen lieber selber gekocht. Abends habe ich mich noch mit Markus und Freundin getroffen und wir waren in einer Schwulenbar. Auf den Straßen bekommt man ja immer Werbezettel zugesteckt und in der Schwulenbar war um 11 PM eine Drag-Queen-Show. Das war so witzig. Erschreckend wie hübsch die "Frauen" auf der Bühne waren. Davon gibts natürlich auch Fotos, aber die muss Markus mir noch zuschicken, weil ich meine Kamera nicht dabeihatte. Nach er Show sind wir dann auch sehr bald wieder in unsere Unterkünfte gegangen. Aber ein sehr guter Abend. Sau witzig, günstig, wenig getrunken und gar nicht mal so lange.
Und heute bin ich aufgewacht, hab mich fertiggemacht, am Computer gesessen und dann hat Markus mich netterweise in seinem geliehenem Auto (siehe Foto) hierhingebracht. Mit drei Leuten im Cabrio, da mache ich ja den ganzen Style kaputt.
Morgen mache ich von hier aus eine Fahrradtour durch die Everglades. Der Plan war eigentlich gewesen, bis in den Süden in ein kleines Dorf zu fahren, da zu übernachten und am nächsten Tag zurück, aber die Herberge wurde letztes Jahr bei einem Hurricane zerstört. Und hin und zurück wären es 150km. Bei schwülwarmen Wetter durch einen mückenverseuchten Sumpf. Selbst ein Weg wäre ja schon hart, aber das hat sich dann ja wohl erledigt. Also mal schauen, wie weit ich komme. Ich darf ja nur auf der Straße bleiben, alles andere ist aus zwei Gründen verboten. Erstens natürlich, um den Park nicht zu gefährden und zweitens, im mich nicht zu gefährden. Da wimmelts nämlich von gefährlichem und giftigem Getier. Ich hab vor ein paar Tagen im Fernsehen gesehen, dass sich eine Würgeschlangenart, die in den USA nicht heimisch ist und auch keine natürlichen Feinde hat, von Florida immer weiter ausbreitet. Auch wenn ich natürlich niemals mit solchen Tieren in Verbindung kommen möchte, wäre das wenigstens ein fairer Kampf. Ich hätte eine Chance zu entkommen. Bei Giftschlangen ist der Kampf nach weniger als einer Sekunde vorbei. Aber auf der Straße passiert wohl nichts und ich hab viel zu viel Angst vor den Tieren, um leichtsinnig zu sein. Wie schon in Augusta: Ich bin es nicht gewohnt, auf solche Tiere aufzupassen und habe echt Schiss davor.
So, jetzt gehe ich in den Pool. Ach ja, nur mal eben um das klarzustellen. Sobald man das Zimmer verlässt, ist man durchgeschwitzt, ich könnte alle fünf Minuten duschen und soviele Klamotten kann ich gar nicht tragen oder waschen, wie oft ich die gerne wechseln würde. Disgusting...
Dafür ist mein Sonnenbrand auf Rücken und Schulter wieder besser. War kein Vergnügen den Rucksack zu tragen.
Bis später...
Ach ja, das eine Foto kommt von Samstagmorgen. Wenn ich das Hostel direkt in Miami Beach schon so früh verlassen muss, konnte ich auch mal eben ein Foto vom Sonnenaufgang, machen. Ist schon was Besonderes.
Chiss