Howdy,
schön mal wieder etwas in die Heimat zu schicken. Einige Einsen und Nullen nämlich, die ihr dann als Buchstaben sehen könnt.
Diese Zeilen schreibe ich immer noch aus Markus Haus. Um genau zu sein, von seiner Couch. Es ist nämlich ein schönes Gefühl, so etwas wie ein Zuhause zu haben. Seit Anfang Dezember habe ich in Hostels gewohnt, immer mit anderen Leuten im Zimmer, da fühlt sich meine jetzige Situation wie Luxus an. Eigenes Zimmer, freies Internet und eben ein Privathaus mit einem Kumpel. Ein riesiger Unterschied zum kommerziellen Hostel. Wenn Markus arbeiten ist, bin ich ja auch nicht allein, denn hier laufen noch zwei Hunde rum. Sam gehört zu Markus und Peter ist hier zu Besuch, weil seine Besitzerin gerade im Urlaub ist. Ich muss noch mal eben Markus Auto beschreiben. Es ist ein Pick Up, ein riesiger Dodge in Schwarz, wenn ich da irgendwann mal zu komme, fotografiere ich den auch und stelle die Fotos ins Netz. Wobei Markus auch so ein Auto braucht, für seine Werkzeuge und seinen Anhänger und so.
Letzt Woche waren wir essen, sogar öfters und ich habe gemerkt, Essen kostet hier nichts. Etwa 11€ für zwei Personen inkl. Getränke im mexikanischen Restaurant. Aber das ist ja ohne Trinkgeld. Und Trinkgeld ist absolute Pflicht. Aktuell kommt mir der Dollarkurs aber auch entgegen, laut meinen Abrechnungen rechnen meine Banken mit 1,425$/€. Das ist schon eine gute Zahl für mich.
Samstag waren wir in einem kleinen Burgerladen. Das schmierigste Restaurant, was ich jemals gesehen habe, aber die Burger waren sehr gut. Naja, Fett ist Geschmacksträger und an fettigen Saucen haben die nicht gespart. Als Beilage fritierte Zwiebelringe. Fehlt nur noch das Glas Öl zum Runterspülen. Das Publikum war meist zwischen 40 und 60, männlich und fett. Ich mags, wenn meine Vorurteile erfüllt werden. Abends waren wir noch in Downtown raus, aber da habe ich nicht viel zu erzählen. Wir waren in einigen Kneipen, haben Bier getrunken und Leute vollgelabert und irgendwann wieder hier. Hier sind Jägerbombs gerade voll in Mode, das ist fliegender Hirsch oder was es auch sonst noch für Namen dafür gibt. Jägermeister mit Red Bull. Problem: Ich mag weder Jägermeister noch Red Bull, da musste ich leider aussetzen und Tequila trinken. Der ist hier übrigens bedeutend besser als in D. Schmeckt gar nicht nach Nitroverdünnung, deshalb braucht man auch kein Salz, um den Geschmack zu überlagern...
Markus Tante hat uns das ein oder andere Mal schon zum Essen eingeladen. Immer in gute Restaurants. War immer lecker. Freitag hat sie mich dann ins Augustqa Museum of History mitgenommen. Vorher noch in eine "alte" Kirche. Sie kennt hier Gott und die Welt und macht so etwas Kunst nebenbei. Nichts großartiges, aber mit Ausstellungen und sowas. Dabei ist mir aufgefallen, dass man eine Beschäftigung braucht, wenn man reich ist. Sie ist immer beschäftigt, rennt von einem Termin zum anderen, kennt alle wichtigen Menschen hier in Augusta aber macht eigentlich gar nichts.
Ach so, das Museum selber ist gar nicht so toll. Viele Ausstellungsstücke, die aber alle nur kurz beschrieben sind. Nicht allzu interessant. Aber ich dachte, dass die ersten 13 Saaten (die 13 Streifen der Flagge) der USA alle in Neuengland (NYC und drumherum) liegen, aber Georgia gehörte auch dazu. Nun muss ich mal zugeben, dass mein Wissen über die Geschichte der USA schmeichelhaft ausgedrückt etwas begrenzt ist, aber dafür gibts ja Wikipedia.
Mal eben ein ganz kurzer Ausflug in die Geschichte.
Am 4. Juli 1776 haben sich 13 britische Kolonien der gesamten Ostküste unabhängig erklärt (deshalb auch 4. Juli, Nationalfeiertag, Independence Day). Mithilfe von Frankreich haben die 13 Kolonien den Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten gewonnen und wurden so die USA.
Ich habe das mit dem Bürgerkrieg durcheinandergeworfen, in dem 1861 - 1865 die Nordstaaten gegen die Südstaaten gekämpft haben. Ein Hauptthema war damals die Sklavenfrage. Die Nordstaaten haben gewonnen, die Sklaverei wurde abgeschafft.
Georgia war einer der 13 Gründungsstaaten der USA und gehört natürlich zu den Südstaaten, die durch ihre Baumwollplantagen auf die Sklaven angewiesen waren und deshalb für die Sklaverei gekämpft haben.
In dem Museum war es so kalt, dass ich mit ganz schön gefroren habe. Ne Jacke hätte ich gebraucht. Draußen heiß, drinnen kalt. Nicht so schön. Und das Wasser, was es hier überall umsonst gibt, ist auch meistens so kalt, dass Zähne und Hals wehtun. Insgesamt gibt es überall Eiswürfel. Man nimmt sich einen Becher, füllt den komplett mit Eis und schüttet dann die Getränke dazu. Nicht gerade mein Ding. Wieviel Eis da durchgeht und nachdem das Getränk leer ist, weggekippt wird.
Meine neue Nummer ist ja schon im vorherigen Artikel enthalten, aber mir ist aufgefallen, dass telefonieren ganz schön teuer ist. 25 Cent für alles. Eine Minute telefonieren oder eine SMS. Und zwar auch für eingehende Anrufe und Nachrichten. Von Europa aus gesehen ziemlich ungewöhnlich.
Kennt ihr Pandora? Das ist so etwas wie eine Radiostation, bei der man jede Band suchen kann, die dann auf Wunsch gespielt wird. Keine Lieder, nur Bands. Aber wenn man sowas hat, entfällt der gesamte Sinn einer CD oder MP3. Bestimmte Lieder kann man sich über Youtube anhören und Musikrichtungen über Pandora. Wieso soll man dann überhaupt noch Musik besitzen?
Und zum Schluss noch ein Link zu einem schönen Artikel.
Bis dann.
Chriss
Wie immer, Fotos muss ich noch machen. da habe ich niemals Lust zu.