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Auckland die Xste

Hallo Leute,
 
im Folgenden schließt sich an der Artikel über mein Leben in Neuseeland, dass sich von jetzt bis in zwei Wochen wieder in Auckland abspielt. Vielleicht.
Ich werde mal nicht in der zeitlichen Reihenfolge bleiben, sondern das Wichtigste an die erste Stelle setzen.
Mein Auto ist verkauft. Nachdem ich ja einige unerwartete Probleme hatte und noch einige Kleinigkeiten reparieren lassen habe, waren wir gestern beim Tüv und jetzt ist es weg. Die beiden Käufer wissen gar nicht, wie gut sie es haben mit dem Auto und mir als Verkäufer. Es ist mir ja ein Bedürfnis, alles korrekt zu handhaben. Also gibt es keine verborgenen Mängel, alles ist i.O. und auch der Preis liegt im Rahmen. Das ist in NZ allerdings nicht üblich. Man kauft wie gesehen und das kann absolut alles beinhalten. Aber egal. Ich habe das gleiche Geld wiederbekommen, das ich bezahlt habe, somit habe ich das Auto nur für die Reparaturen gefahren und ich bin absolut zufrieden. Deswegen bin ich auch höchstens traurig, dass ich es nicht mehr fahre. Neben der Tatsache, dass es das erste Auto war, das wirklich mir gehört hat, ist es auch das erste Auto, das ich längere Zeit gefahren habe (inkl. der von mir gefahrenen Zweitwagen meines Vaters, Kadett, Swift, Fabia) das ich ins Herz geschlossen habe. Die Autos waren immer sauber und soweit es in meiner Macht stand, in Ordnung, aber trotz allem immer nur Fortbewegungsmittel, um von A nach B zu kommen. Wie Thomas gesagt hat, ist also jetzt klar, was für ein Auto her muss, wenn es irgendwann soweit ist: Ein Geländewagen. Vielleicht gar nicht so falsch. Aber dann ein richtiger Geländewagen, wie eben der Toyota Hilux. Kein Mercedes, BMW oder Audi. Wobei diese Überlegung wohl noch einige Jahre weg ist und sich dann bestimmt alles wieder geändert hat. Erstmal gibts wichtigere Sachen und solange werden Kopf-Autos gekauft und keine Herz-Autos.
Habe ich eigentlich schon geschrieben, dass ich wieder in Auckland bin? Samstag bin ich aus Tauranga hierhin gefahren. Die Fahrt an sich war unspektakulär. Hier angekommen, bin ich natürlich wieder in mein Stammhostel. Einige der alten Leute sind sogar noch da, wobei ich jetzt der einzige Deutsche bin, was meinem Englisch gut tut. Die beiden Käufer waren schon seit Freitag hier, die haben sich auch hier eingemietet, da es am einfachsten für uns alle war. Der Plan war, dass wir noch Samstag den WOF (Warranty of Fitness = Neuseeländischer TÜV) machen und den ganzen Verkauf über die Bühne bringen, aber das hat sich alles verzögert und die Werkstätten hatten schon geschlossen. Also haben wir das auf gestern (Montag) verschoben. Erst zum Tüv, der vier (!) Mängel beanstandet hat. Ein Bremslicht funktionierte nicht, das Glas eines Frontscheinwerfers war gesplittert, meine Zusatzscheinwerfer funktionieren nicht und ein Stoßdämpfer hat geleckt. Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen und wir sind zu einer anderen Werkstatt gefahren. Da waren die Zusatzscheinwerfer plötzlich nicht mehr wichtig, weil sie nicht sicherheitsrelevant sind und der Stoßdämpfer war plötzlich auch i.O.. Oder der Typ hat das übersehen, aber das glaube ich nicht. Das Bremslicht und die Scheibe vorm Scheinwerfer lasse ich gelten. Wusste ich beides auch schon vorher. Haben die inkl. TÜV für unter 100$ gemacht, da kann ich mich nicht beschweren. Ach so. Der Tüv wird hier nicht von unabhängigen Prüfern gemacht, sondern direkt von lizenzierten Werkstätten. Also können die die bemängelten Fehler sofort beheben und mir die Plakette geben, die von innen an die Windschutzscheibe geklebt wird.
Dass das alles geklappt hat, ist die überragende positive Nachricht des gestrigen Tages. Somit wird überschattet, dass meine Steuerrückerstattung wohl ins Wasser fällt. Gestern habe ich mich online dafür registriert und zwei Sachen erfahren.
1. Eine Steuererstattung dauert sechs bis acht Wochen. Die Erstattung kann auch auf ein ausländisches Konto gehen, dann muss man einige Gebühren zahlen. Soweit so gut, das hat mich schon etwas genervt, denn in den USA habe ich eigentlich keine Zeit mich darum zu kümmern. Und erst recht keine Lust. Organisieren muss ich schon genug. Der Plan war, das NZ-Kapitel komplett abzuschließen, sobald ich die Staatsgrenze überflogen habe. Das bringt mich zum zweiten Punkt, der an Dreistigkeit nicht zu überbieten ist.
2. Geschätzt habe ich etwa 800$ Steuern gezahlt, mehr als die Hälfte kann ich noch mit Gehaltsabrechnungen belegen. Beim Rest habe ich keine Abrechnung bekommen oder ich war wieder weg, bevor die Abrechnung kam. Mein persönliches Steuerkonto im Internet zeigt gezahlte Steuern von 160$ an. Die meisten meiner Arbeitgeber haben mich also schwarz beschäftigt und die Steuern für sich behalten. Und jetzt kommt die Krönung. Sinngemäße Aussage der offiziellen Einkommensteuerseite im Internet: "Falls Ihre Gehaltsabrechnungen nicht mit ihrem Steuerkonto übereinstimmen, wenden sie sich bitte an Ihren Arbeitgeber und (ausdrücklich) NICHT ans IRD. (Inland Revenue Department)".
Schön, dass die Neuseeländische Regierung Schwarzarbeit so stark bekämpft.
Das bringt mich zu drei Möglichkeiten:
a) Ich kann gegen eine Extragebühr etwa 70€ an Steuern wiederbekommen, wenn ich zwei Monate warte und mich in den USA nochmal um Papierkram kümmere.
b) Ich kann mich meine Arbeitgeber wenden und darauf bestehen, dass die die Steuern nachzahlen. Danach schließt sich a) natürlich an, nur der Betrag erhöht sich.
c) Ich mache gar nichts.
Wen wunderts, dass ich mache, was mir am Besten lieg. Nichts... Das ist mir der Stress nicht wert.
 
Neben den beiden großen Themen gibts noch einige kleine Anekdoten. Z.B. liegen im Hostel in Tauranga viele National Geographic Zeitschriften rum. Das gibts hier öfters. Da war ein Sonderheft zum Thema Energie, Energiesparen und Umweltschutz aus dem Jahr 1981. Das war vor 28 Jahren. Und alle Artikel daraus hätten mit kleinen Änderungen auch heute erscheinen können. Der einzige große Unterschied zu heutzutage war der Umgang mit den erneuerbaren Energien. Die Techniken waren damals alle bekannt, aber natürlich noch lange nicht so weit ausgebaut wie heute. Ansonsten: Wir sind zu ölabhängig, die sicheren Ölreserven von 1981 haben damals bis 2011 gereicht. Die Gründe für neues Öl liegen auf der Hand (Fördertechnik, Ölsande, lohnende Investitionen bei hohem Ölpreis...), aber trotzdem sind die Probleme, wie auch die Zeiten gleichgeblieben. Atomkraft wurde genauso diskutiert wie heute, als saubere Energie für die Umwelt, aber schwierig für die Menschen, wegen den Abfällen und der Möglichkeit eines Unfalls. Ebenfalls wurde der Treibhauseffekt mit den Kohlenstoffdioxidemissionen diskutiert, inklusive des internationalen Ziels, eines Anstiegs der Temperatur um nicht mehr als 2 Grad Celsius. Das war 1981, mein Geburtsjahr. Da stellen sich für mich die Fragen, ob die Politik wirklich so langsam reagiert, ob die Industrie wirklich so gute Lobbyarbeit leistet (vor allem in den USA) oder ob da nicht unglaublich viel Panikmache hintersteckt, um Leute zu verunsichern und neue Produkte zu verscherbeln.
Das Hostel hier verändert sich immer mehr zum Besseren, vor allem für den Preis in Auckland. Es profitiert davon, dass die gleiche Finanzgesellschaft in Auckland ein Luxushotel betreibt. Somit haben wir hier das beste Geschirr, was ich jemals in einem Hostel gesehen habe, nur mit winzigen abgesplitterten Kanten, das Toilettenpapier ist Luxus im Gegensatz zu dem in den meisten Hostels, mit Sandpapier, einlagig. Aus dem Hotel ausrangierte Heizdecken kann man haben. Gefällt mir.
 
Und das wars dann auch mal wieder. So kurz habe ich mich heute nicht gehalten, dafür wars ausführlich und viel. Mal schauen, was die nächsten Tage so passiert, viel habe ich nämlich nicht vor. Etwas mehr Sport, etwas bessere Ernährung. So typische Vorsätze eben. Heute möchte ich mich mit Vodafone auseinandersetzen, da ich unbedingt meinen deutschen Vertrag kündigen will, der mich nämlich die gesamte Zeit in NZ jeden Monat weiter Geld kostet, was auch der Grund ist, weshalb ich Vodafone auf keinen Fall mehr haben will. So behandelt man keine guten Kunden. Vielleicht können die es sich leisten, wahrscheinlich aber bekomme ich kurz nachdem ich die Kündigung geschickt habe oder kurz bevor mein Vertrag ausläuft Werbeanrufe, dass ich doch bitte da bleiben soll. Moralische Frage: Wenn die ein gutes Angebot machen, nimmt man es an, weil es eben das beste ist? Oder ist man bockig und hat Prinzipien und lehnt es ab? Die Zeit wird zeigen, was passiert. Aber ich möchte mal eben Stimmung gegen Vodafone machen. Nie wieder Vodafone. Die nächsten Tage schreibe ich dann mal näher, was wirklich passiert ist und wie es ausgegangen ist. Das Thema "Anti-Vodafone" möchte ich nämlich auf keinen Fall aus dem Kopf verlieren.
 
Und als Letztes möchte ich noch auf mein neues Fotoalbum hinweisen, es sind nur wenige Fotos, die ich euch aber nicht vorenthalten möchte. Zwei davon zeigen mich beim Kiwipflücken, ist schon etwas her. Eins zeigt die Kisten, in denen wir die Kiwis sammeln, die dann vom Trecker weggefahren werden und eins den Kiwiorchard allgemein. Da hängen ganz schön viele Kiwis an den Bäumen, oder??? Das Foto vom Blackboard ist einfach nur witzig, weil die Besitzerin immer Stress macht, wegen allem. Und die Bevölkerungsentwicklung in D ist allgemein interessant, meine ich.
 
Nun denn Kameraden. Wir werden uns wiederhören.
 
Grüße aus der größten Stadt in einem Umkreis von ca. 3.000km.
 
Chriss
 
So, es ist einige Stunden später und ich habs aus dem Hostel geschafft. Bis ins Internetvafe. OK, vorher bin ich auch schon dreimal rausgekommen. Vorm Frühstück, weil ich keine Milch mehr hatte, zum "Mittagessen", um Kekse zu kaufen und zur "Teatime", um eine Tüte Chips zu kaufen. Alles im chinesischen Kiosk direkt nebenan in kurzer Hose und Badelatschen, weil alle anderen Klamotten in der Waschmaschine waren. Gesund und Stil dabei...
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