Es begab sich zu einer Zeit, als es den Chriss in die weite Welt zog. Da es ihm, wie es einem tapferen Ritter gebührt, nicht weit genug sein konnte, zog es ihn bis nach Neuseeland, das hinterletzte Fleckchen Erde am Rande des Abgrundes zur Hölle, wo die Erdscheibe seinem Ende zugeht. Nach vielen Abenteuern, die Chriss auf dieser kleinen, aber abenteuerlichen Insel erlebt hatte, wurde er langsam häuslich und suchte sich Bleibe und Arbeit in der Siedlung von Tauranga, die direkt an der Bucht des Überflusses liegt, weshalb Chriss diesem Fleckchen Erde ein gutes Schicksal einräumte.
Vieles ist schon erzählt worden und vieles unerwähnt geblieben. Dieses Buch soll nun die Geschichte von Chriss der Tage Donnerstag bis Samstag der letzten vollen Woche im Juni im Jahre des Herrn 2009 erzählen.
Der Donnerstag wurde von unserem Helden geruhsam verbracht. Den Vormittag über musste er Stiele der Kiwifrüchte von den Pflanzen abbrechen, um die nächste gottgegebene Generation dieser sowohl schmackhaften als auch gesunden Früchte nicht zu beschädigen. Da er dieses Los mit einem seiner tapferen Mitstreiter, Rob aus den niederen Landen, teilte, war es ihnen vergönnt sich gegenseitig Gesellschaft zu leisten, was letztlich zu einem kurzweiligen Vormittag führte. Nachdem unsere beiden Helden ihre Brotzeit in der Mittagssonne zu sich genommen hatten, war es ihre nächste Aufgabe, zusammen mit dem Landbesitzer und seinem Verwalter Bäume zu fällen, die den Wasserfluss des großen Stromes, der sich mitten durch das Anwesen schlängelte, um je nach Bedarf die durstigen Pflanzen zu tränken oder sie vor zuviel Wasser zu schützen, zu behindern versuchten, indem sie ihre Zweige weit in das fließende Wasser hielten. Nun begab es sich in dieser Zeit, dass der Landbesitzer bereits ein fortgeschrittenes Alter erreicht hatte und leichte Anzeichen der Senilität zeigte. Zudem schickte es sich für mächtige Männer wie ihn nicht, auf einfache Landarbeiter zu hören, wie es unsere beiden Helden vorgaben zu sein.
Nun denn, die Einzelheiten dieser Aufgabe würden zusammen viele Seiten dieses Buches einnehmen und sind nicht Gegenstand unserer Erzählung, doch wurden zuviele Handgriffe erledigt, zuviel Körperkraft aufgewendet und viel zu lange debattiert und erklärt, was getan werden müsste, wie es allerdings seit Langem Brauch unter den Reichen und Mächtigen dieses Landes war. Unseren Helden jedoch war dieser Umstand einerlei, da ihre Entlohnung auf der Zeit beruhte, die sie auf diesem Gut verbrachten. Aus diesem Grunde war es ihnen sehr recht, mehr als die Hälfte ihrer kostbaren Zeit dem Landbesitzer zuzuhören, wie sie ihre Arbeit zu machen hätten, obwohl sie in ihrem unglaublichen Intellekt die gleiche Arbeit in der Hälfte der Zeit hätten machen können. So ging der Arbeitstag des Donnerstages ihrem Ende entgegen und auch abends ist es still geblieben, um unsere beiden Helden.
Der Freitag begann mit einer schockierenden Nachricht. Während der Nacht hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet und kostbares Nass war auf die Erde heruntergegangen, was es dem Großgrundbesitzer unmöglich machte, unsere beiden Protagonisten für diesen Tag zu beschäftigen. Andererseits war es ihnen sehr recht, ihre müden Glieder einen Tag lang auszustrecken. Nach intensivem Austausch mit den anderen Helden der Herberge wurde klar, dass dieses Gefühl dem gesamten arbeitendem Volk zu eigen war. Auf der einen Seite brauchte es die Arbeit, um zu überleben, auf der anderen Seite war das Wetter eine gute Entschuldigung dafür, nicht arbeiten zu müssen, da es nicht die eigene Schuld war.
Der Abend dieses Freitages läutete das Ende der Enthaltsamkeit unseres Helden ein. Seit exakt 24 Tagen entsagte dieser dem Suff, um ein Zeichen für sie Gesundheit und gegen die Armut dieser Welt zu setzen. An diesem Freitag wollte es der Herr, dass einige Mitstreiter unseres Helden der städtischen Taverne einen Besuch abstatten wollten, um sich dem Gerstensaft zu widmen und das weibliche Geschlecht dieses Ortes in Augenschein zu nehmen, was unserem Helden alle guten Vorsätze vergessen und mitkommen ließ. Es wollte allerdings an diesem Freitagabend der Allmächtige, dass, wohl aufgrund des üblen Wetters, viele Plätze der Tavernen leer blieben, was unseren Chriss nur einen Becher des köstlichen Gerstensaftes genießen ließ, bevor sich unsere Gruppe zum Gehen wandte, um sich ihrer verdienten Bettruhe zu widmen. Auch blieb unserem Helden eine gute Kapelle oder zumindest gute gespeicherte Musik versagt, was ihn in eine gereizte Stimmung treten ließ, da die Akustik einer Lokalität für ihn einen wesentlich höheren Stellenwert einnimmt, als für die meisten anderen Leute seines Standes.
Der heutige Samstag war bei unserem Helden geprägt von Langeweile, da im Moment keine schönen Prinzessinnen aus den Klauen bösartiger Drachen zu befreien waren. Durch die Erfindungen einiger wichtiger Neuerer unserer Zeit, hatte die Unterkunft unseres Helden eine Maschine namens DVD-Player, die kleine, sich bewegende Bilder auf einer Glasscheibe abbildete, die in einer kleinen, silbernen Scheibe gespeichert waren. Die dafür benötigten Geschichten lieh unser Held aus einer Zunft namens Vidoe-hire. Dieses Mal hießen sie Deathproof, Rambo, V for vendetta, Lord of war, Casino Royal und eine weitere Geschichte, die dem Herrn Schreiber im Moment entfallen ist, was nur seiner Dummheit zu verdanken ist, die unserem Helden Chriss niemals unterlaufen würde. Die Geschichte Deathproof wurde von unserem Helden zweigeteilt aufgenommen, da sie nur von drei Gesprächen vulgärer Frauenzimmer und zwei Verfolgungsjagden handelt, die allerdings jeweils in sich, dem Geschmack unseres Helden Chriss` entsprachen. Rambo dagegen erfüllte alle Erwartungen des Chriss. Ein Held wie er gewinnt durch ein reines Gewissen einen guten Kampf und rettet dadurch die holde Maid. Dabei werden futuristische Waffen, Drachenfeuer aus metallenden Rohren und sehr viel rote Farbe aus den Körpern der Feinde verwendet. So werden wir sehen, wie sich unser Held gegenüber den anderen vier Geschichten verhält, die er bislang auch noch nie gesehen hat.
Durch gute Scouts bekam unser Held zu hören, dass ein König gestorben war. Hoch lebe der König. Die Aufregung um diesen Umstandes war dem Chriss jedoch vollkommen fremd, da es in seinem entbehrlichen Leben bedeutendere Personen gab, als Könige einer fremden Welt (Pop), die sich selber mehr feierten, als sich um ihre Untertanen zu kümmern, was leider zu dieser Zeit weit verbreitet war. Die Geschichte der Welt setzte sich zu dieser Zeit zusammen, aus emporgekommenen und gefallenen Würdenträgern, während die volksnahen Barden, die soviel mehr für die Unterhaltung des Volkes getan hatten, im Strudel der Geschichte unterzugehen drohten, was in diesem Zusammenhang die Geschicke der wunderbar kurzweiligen Frog Bog Dosenband bedeutete, die auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs ihre verdienten Lorbeeren nahmen um sich darauf auszuruhen, statt sich in die Reihe der gefallenden Könige einzureihen. In späteren Geschichtsbüchern wird man diese Barden allerdings vergeblich gesucht haben, weshalb ich (der Autor) eine Trauerminute in diesem Moment von allen Lesern dieser Geschichte abverlangen möchte.
59, 58, 57, ..., 3, 2, 1, 0
Nach diesem kurzen Innehalten sollte diese Geschichte für weitere Fortsetzungen offen sein. Dieser Teil jedoch endet hier, aber ich bin sicher, dass es noch viele wunderbare Geschehnisse aus dem Leben unseres Helden Chriss zu berichten gibt.
Post scriptum: Der Autor hat sich kurz vor dieser Geschichte ein halbes Hähnchen gegönnt, wobei der Schlachter allerdings vergessen hatte, dieses zu halbieren, weshalb es ein ganzes geworden ist, weshalb er sich gerade nicht bewegen kann.
Des Weiteren moechte Chriss aus der Naehe von Dresden erwaehnt haben, dass er als deutscher Tischlermeister eine neue Arbeitsstelle als Tischler in einer Tischlerei hat.