Hallo und herzlich Willkommen bei chriss.over-blog.de,
diese Woche habe ich den Blog auch mal bewusst vernachlässigt. Und auch jetzt gibts nur einige Allgemeinheiten. Die Woche habe ich auf dem Weinberg gearbeitet, Blätter abrupfen und Samstag nochmal Geschirr gespült. Nächste Woche das Gleiche nochmal und Samstag gehts dann mit vier Leuten nach Roturua. Dort wollen wir uns ein paar Sachen ansehen und am WE drauf zu dem Reggae-Festival. Allerdings nicht rein, sondern nur die Feierei mitnehmen. Das Festival ist teuer und so ein großer Reggae-Fan bin ich auch nicht.
Nachdem ich Dienstag Geschirr gespült habe, war Mittwoch der erst Tag auf dem Weinberg. Wobei "Berg" etwas übertrieben ist. Darum heißt es hier auch Vineyard, also Weingarten, aber den deutschen Begriff habe ich noch nie gehört. Vielleicht Weingut? Dort muss ich acht Stunden am Tag alle Blätter unter den Trauben abrupfen, damit die Wärme, die vom Boden zurückgestrahlt wird, die Trauben erreicht. Es ist nicht gerade groß und wir brauchen schon drei Wochen mit vier Leuten. Machen die das auch bei richtig großen Weingütern? Die werden schon wissen, was sie tun und rechnen können. Die Arbeit ist leicht zu verstehen und recht einfach. Natuerlich ist es eintoenig, aber man kann zwischen den Reihen im Schatten sitzen. Weil man dort zwischen Grünpflanzen sitzt, wird es auch nicht ganz so warm. Auch wenn man den ganzen Tag in der Sonne ist. Alles in allem ist es ein annehmbarer Job für zwei Wochen. Besser als stundenlang mit krummen Rücken in der Küche zu stehen und Geschirr zu spülen bei Hitze, Essensgeruch und Dampf. Im Vineyard bekomme ich Barschecks, im Cafe das Geld überwiesen. Habt ihr in eurem Leben schon mal einen Barscheck bekommen? Ich noch nicht. Einmal einen Verrechnungsscheck, aber insgesamt sind Schecks ja in D fast ausgestorben. Bei der Bank musste ich dafür aber auch meinen Pass vorzeigen.
In diesem Dorf gibt es übrigens keine Wasserversorgung und keine Kanalisation habe ich gemerkt. Jeder hat seinen Wassertank im Garten und mit dem Abwasser weiß ich nicht so genau, wie das läuft.
Freitag haben wir ein Barbecue gemacht, weil einige von uns dieses WE abgehauen sind. Für den Iren, den Südafrikaner und die Kanadierin sind jetzt eine Mexikanerin und noch eine Engländerin gekommen. Mittlerweile sind wir nur noch drei Männer und 10 Frauen. Samstag waren wir in einem Cafe, wo eine Frau von uns gesungen hat. Die will das auch professionell machen und kann somit auch richtig singen. Aber die gesamte Runde war doch etwas "aufgeregt". Zu viele Frauen. Hat mich irgendwie an gewisse Feiern in Köln erinnert... (bei denen ich auch eher der Ruhepol war).
Gestern sind wir noch in eine Karaoke-Bar gegangen, aber nur ein paar Leute von uns. Weil alle gesungen haben, musste ich natürlich auch. Karaoke eben. Heute (Montag) ist gesetzlicher Feiertag, keine Ahnung, was die feiern. Schwimmen war ich gestern noch. Und habe mir natürlich sofort wieder was verbrannt. Aber nicht schlimm. Bei der Sonne hilft auch die Creme nur bedingt, das ist echt heftig. Ich wundere mich, wie andere das können, obwohl die viel hellere haut haben, als ich.
Mir fällt übrigens auf, dass ich manchmal "ae", "oe" und "ue" statt "ä", "ö" und "ü" schreibe, weil ich oft hier am Hostelcomputer sitze und mich daran gewöhne, keine Umlaute zu haben, obwohl ich den Artikel jetzt auf meinem Rechner schreibe.
Ansonsten ist Samstag mein Diplomzeugnis gekommen. Auch wenn ich mein Diplom schon zwei Monate habe, ist das Zeugnis schön zu haben. Sozusagen mein physikalischer Beweis für den Abschluss. Auf dem Zeugnis bin ich übrigens Dipl.-Wirt.-Ing. (FH). Im Internet ist die Abkürzung Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH). Natürlich gilt das, was auf dem Zeugnis steht, aber solche Fehler sollten nicht passieren. Egal, jetzt bin ich endgültig durch mit der Hochschule. Ein schönes Gefühl.
Keine Ahnung, was ich noch schreiben kann. Wetter ist gut, wie jeden Tag, die meisten Leute sind arbeiten. Aber da ich schon Samstag war, muss ich nicht. Außerdem bin ich nicht als Kellner qualifiziert, da mein Englisch zu schlecht ist. Dafür nehmen die hauptsächlich englische Muttersprachler oder Leute, die wirklich gut sind in Englisch. Z.B. die beiden Finninnen. In Skandinavien gibt es zum Beispiel keine Synchronisation von Filmen. Und auch Untertitel sind selten. Die Filme sind eben alle in Englisch. Und auch sonst ist Englisch viel mehr in den Alltag integriert als bei uns.
Und ich habe noch einige Bilder reingestellt. Aber nur von Leuten, landschaftlich ist das hier nicht so toll. Verglichen zu D natürlich doch, aber verglichen zu den Ausblicken, die ich hier schon gesehen habe, nicht.
Ende.
Chriss