Moin,
schönen Gruß an alle, die gerade etwa 50 Grad Celsius unter meinen Temperaturen haben. Und natürlich auch an alle, außerhalb Deutschlands, die das lesen...
Heute waren sogar einige Wolken am Himmel, etwa drei. Aber dafür gabs eine richtig frische Meerbriese, weil ich eine Rundfahrt gemacht habe. Geplant war eine Zweitagesrundfahrt mit Übernachtung auf dem Schiff, aber das war mir dann doch zu teuer. Jetzt habe ich heute (Donnerstag) den ganzen Tag auf einem Schiff zugebracht und auch alles gesehen. Die Zweitagesfahrt hätte nur mehr Entertainment geboten, aber nicht mehr zu sehen. Außerdem ist ja das Kalkül, dass man abends in der Bar ist, umsonst unterhalten wird, aber trotzdem isst und trinkt. Und ich bin mir sicher, dass bei mir das Kalkül aufgegangen wäre. Das kommt zu dem Preis noch dazu. Egal. Ich habs eben nicht gemacht, sondern bin heute den Tag auf einem Schiff durch die Bay of Islands getuckert. Der Name ist Programm, eben eine Bucht mit vielen Inseln. 230 um genau zu sein, aber nur 80 davon kann man als wirkliche Inseln zählen, alle anderen sind eher aus dem Meer ragende Felsbrocken. Die Tour war natürlich bedeutend günstiger und ich habe alles gesehen, was man sehen muss. Viel Geschichte, viele Inseln, nistende Vögel, Buchten, Landschaften... Wunderschön. Und den Leuchtturm, zu dem ich acht Stunden hinwandern wollte, habe ich auch gesehen. Dabei habe ich beschlossen, dass ich dort nicht mehr hingehe. Morgen fahre ich gen Westen. Zwar noch an der Bay of Islands, aber eben weiter in den Westen. Jetzt bin ich an der Ostküste, auf den schmalen Landstreifen zwischen der Bay of Islands und dem Pazifik. Der Plan ist jetzt rüber in den Westen (wie hört sich das denn an? Vor allem für die Magdeburger Leser...) zur Nordspitze und an der Westküste wieder in den Süden nach Auckland.
Von der Bootstour selber kann ich nicht viel erzählen. Sie hat sich gelohnt, vor allem, weil wir eben soviel gesehen haben. Dazu könnte ich euch etwas von der Landschaft vorschwärmen, aber ich setze einige Bilder rein, das sagt mehr (als 1.000 Worte???). Eine besondere Attraktion ist das "Hole in the rock". Wie der Name sagt, ist es ein Loch im Fels. Die Insel dazu ist sehr klein und man kann mit dem Schiff durch das Loch fahren. Das hört sich zwar nicht so spektakulär an, ist aber recht interessant. Wie gesagt, dazu gibt es Bilder. Muss ich gleich erstmal sortieren.
Ach ja, gestern habe ich ja sogar noch Bilder reingestellt, obwohl ich gesagt habe, dass es dafür zu heiß und zu teuer ist. Zu dem unglaublich teuren Internetcafe gibt es eine schöne Alternative. Ein Hotel hat einen Wlan-Hotspot und dort sitze ich gerade gemütlich im Restaurant, trinke ein kaltes Bier und kann den nutzen. Kostet zwar auch, aber bedeutend weniger. Außerdem bezahle ich im Voraus und habe dann die Freiminuten. Das heißt, ich sitze stundenlang am Rechner, mache etwas, aber gehe nur online, wenn ich es muss. Fotos sortieren, Blog schreiben... Dazu muss ich nicht online sein, nur wenn ich das Geschriebene veröffentlichen will. Gestern bin ich mit meinem Laptop durch die Straßen gegangen und habe überall nach einem freien Hotspot gesucht, aber nichts gefunden. Dafür eben diesen hier und der ist für meine Verhältnisse vollkommen ausreichend, wenn auch nicht ganz umsonst. Andererseits komme ich wohl wieder auf einen höheren Preis, wenn man bedenkt, dass ich hier ja auch noch was trinke. Dafür ist die Atmosphäre gemütlich, direkt am Meer... Eben schön.
Sowohl das Hotel als auch das zugehörige Restaurant sehen ganz schön teuer aus und ich passe hier irgendwie nicht rein, aber solange die mich nicht rauswerfen. Und das machen die nicht. Alles relaxte Leute. Außerdem bin ich fast der Einzige, der drinnen sitzt. Auf der Terrasse gibt es nämlich keine Steckdosen.
Von der Fahrt kann ich noch eine witzige Geschichte erzählen, die Welt ist klein. Mir selber ist zwar kein noch so entfernt bekanntes Gesicht aufgefallen, aber neben mir saßen zwei Engländer, die haben "wen" getroffen. Ein englisches Ehepaar, beide geschätzte 65 aus Newcastle (England), in Rente, auf viermonatiger Australien- und Neuseelandreise. Es gibt ein englisches Wahington bei Newcastle und 1976 war Jimmy Carter (amerikanischer Präsident) dort, um die Städtefreundschaft zwischen dem englischen Washington und Washington D.C. zu begründen. Der Rentner neben mir war damals als Besucher dort dort und noch einen Platz neben uns saßen einige Engländer aus London. Und der eine hatte einen Großvater, der für die Regierung gearbeitet hat und das Loch gegraben hat, in den der Baum (Symbol der Städtefreundschaft) eingepflanzt wurde. Keine Ahnung, wie ihr das findet. Ich finde das zumindest bemerkenswert. Die Welt ist klein, wobei man natürlich nicht die ganze Welt so betrachten darf, da Australien und Neuseeland ja doch noch sehr mit England verbunden sind. Deshalb trifft man hier auch Engländer auf Schritt und Tritt. Aber die Briten sind meistens älter und auf Urlaubsreise. Junge Menschen hier sind meist aus Südamerika oder Deutschland und auf Urlaub- UND Arbeitsreise. Eben so wie ich.
Was weiter? Es gibt drei öffentlich Themen, die sich um den ersten Platz der deutschen Berichterstattung bewerben. Das ist die Kältewelle, der Gasstreit und der Gazakrieg. Eben eine kurze Stellungnahme:
Kältewelle, soll ich übers Wetter reden?
Russland bekommt die EU noch soweit, sich gegen die Ukraine zu stellen. Jetzt wirds ja nochmal für wirklich alle sichtbar, wie sehr wir an deren Tropf hängen. Ist bestimmt kein Zufall, dass es in die Kälteperiode fällt.
Krieg im Nahen Osten. Naja, Angst vor nuklearer Eskalation habe ich schon etwas, ansonsten kann mich das nur noch langweilen. Terror, Krieg, mehr Terror, Friedensgespräche und -erklärungen und dann alles wieder von vorn. Seit 60 Jahren.
Ach ja, da ich vorerst nur über einen Adapter von den europäischen Steckern auf den hiesigen Standard verfüge, muss ich immer aufpassen, welches Gerät als erstes aufgeladen werden muss. Es muss so schnell wie möglich ein zweiter Adapter her. Oder eine Mehrfachsteckdose, aber wo soll ich die hernehmen? Muss ja europäischer Standard sein. Und ich nehme mir immer ganz schön viel Ströme aus den Lokalitäten, in denen ich mich ans Netz anschließe. Mein Trafo für den Laptop wird so heiß, dass man ihn fast nicht mehr anfassen kann. Mein zweites Handy hat den Geist leider schon aufgegeben, jetzt wechsele ich immer die SIM-Karten in meinem aktuellen Handy. Dafür habe ich ein Autoladekabel. Aber auch der Akku für die Kamera und das schnurlose Headset wollen ihre Elektronen haben.
Mir ist noch etwas aufgefallen. Wenn ich Fotos mache, indem ich die Kamera hochkant halte, sind die immer nach rechts gekippt, also mit dem Uhrzeigersinn. Wenn ich die Kamera mal irgendwem anders gebe, um Fotos von mir zu machen, sind die grundsätzlich nach links, also gegen den Uhrzeigersinn, gekippt. Wieder nichts Spektakuläres, aber fällt doch auf.
So, letztlich werden noch die Fotos geordnet und dann alles hochgeladen.
Bis demnächst.
Chriss