Wednesday, 26. august 2009 3 26 /08 /Aug. /2009 20:36
Tag Leute aus der Busstation in Austin,
 
am WE haben die Leute mich eingeladen Montagabend mit denen Pool zu spielen, da habe ich mich ja nicht drängen lassen und zugesagt. Erst wollte ich die eine Nacht im Hostel schlafen, aber das war immer noch ausgebucht, also blieb ich weiter im Hotel. Da läuft doch was falsch, oder? Austin ist die Hauptstadt der Livemusik in den USA, jede Woche sind hier hunderte Konzerte mit der entsprechenden Anzahl von Fans und auch den Musikern der weniger bekannten Bands, die alle kein Geld haben und es gibt nur ein Hostel. Wenn ich etwas entscheidungsfreudiger wäre und in D keine Verpflichtungen hätte, würde ich hier ein Hostel aufmachen. Ich bin mir zu 100% sicher, dass das eine unfehlbare Geschäftsidee ist, wenn man sich nicht ganz dumm anstellt.
Ich habe ja Inglourious Basterds gesehen. Ein netter Film, den meine Leser aber bestimmt selber schon gesehen haben. Es spielt ja auch fast keine Rolle, in welcher Sprache man den sieht, denn der ist im Original (Englisch) zu 1/3 Deutsch, 1/3 Französisch und 1/3 Englisch. Allerdings ist der Akzent, in dem Brad Pitt sich versucht fast nicht zu verstehen. Selbst Jess hat gesagt, dass sie Probleme hatte und immerhin macht ihr keiner etwas mit Akzent vor. Denn: Dont mess with Texas, erst recht nicht im Akzent. Das Kino selber ist ok, aber nicht wirklich besonders. Man sitzt nicht direkt an Tischen, sondern hat nur vor seinen Sitzen eine sehr breite Ablage, kennt man aber auch aus anderen Kinos. Mit Bedienung und Essen udn Trinken eben. Und die Vorschauen waren witzig. Die waren über teilweise fiktive, wie auch echte Filme. Meist wirklich schlechte B-Horromovies aus den 70ern und Western. Witzigerweise werden die meisten Filme davon wirklich gezeigt. Mittwochs ist immer "weird Wednesday", da ist freier Eintritt, wenn man was isst oder trinkt. Aber eben alte, schlechte und/oder witzige Filme.
Hoffentlich bleibt das meine einzige Erfahrung mit einem Hotel. Hier war das glücklicherweise nicht so schlimm, weil ich einige Locals kannte. Somit war ich nicht alleine, aber das Glück habe ich ja nicht immer, wahrscheinlich sogar nie wieder, wenn ich keine Locals in den Städten kennenlerne. Und Hostels sind natürlich günstiger, was meinem Budget sehr zugute kommt.
Ach ja, Pool spielen war ich wieder mit Jess, ihrer Freundin mit Freund und einer Punkerclique zu der die beiden gehören. Fein, dass ich immer solche Leute kennenlerne. Vielleicht "besuchen" die mich nächsten Oktober, aber wie schon mit der Rockabilly-Band, das ist in einem Jahr.
Hier in Austin gibt es die UT, University of Texas", das ist die größte Uni der USA mit über 180.000 Stundenten, aber nicht alle an einem Standort, hier ist der größte Standort mit glaube ich um die 80.000. Wir sind nur mal mit Auto durchgefahren, Jess studiert da. Allein das Sportgelände ist größer, als die meisten Unis, die ich aus D kenne. Das Collgege football team (college football!!!, nicht mal NFL) hat ein Stadion mit 70.000 Plätzen, dazu kommen Trainingsplätze für jegliche Sportart, Sport- und Schwimmhallen. Aber man weiß ja, dass jeder gute Sportler in den USA ein Stipendium bekommt. So langsam gewöhne ich mich auch an die Sichtweise hier. Wenn in der Nachbarschaft von Rentner X irgendwer umgebracht wird, ist es für Rentner X eben wichtiger, als wenn 370 Leute bei einem Anschlag im Irak sterben oder mal wieder ein Putsch in Mittelamerika oder Polynesien ausbricht. ich sage nicht, dass ich zustimme, aber aus einer gewissen Sichtweise ist es wichtiger.
Apropos Polynesien. Samoa führt irgendwann dieses Jahr den Linksverkehr ein, weil die meisten Autos aus Australien und Neuseeland stammen, wo Rechtslenker im Linksverkehr gefahren werden. Habe ich glaube ich schon einmal geschrieben, der Lebenszyklus des normalen Autos aus Japan sieht so aus, dass die Japaner den einige Jahre fahren. Danach geht der nach Neuseeland oder Australien wo der Wagen solange gefahren wird, bis er auf ist. Und dann geht er nach Thailand, Samoa, Fidschi, Bali... Dort hat man dann zwei Autos der gleichen Sorte und fährt ihn, bis er wirklich auf ist. Aber was ich sagen wollte. in der heutigen Gesellschaft den Straßenseite umstellen, auf der gefahren wird? Per Stichtag? Das sind eine Menge Schilder, Straßen, Ampeln, Beschriftungen auf Straßen, Autobahnkreuze..., die geändert werden müssen. Von der Gewöhnungsphase der Fahrer mal ganz abgesehen.
Gestern nachmittag war ich Schwimmen. In einer keinen Quelle direkt neben dem Colorado River, die auch darin mündet. Als natürliche Quelle ist sie saukalt. Etwa 10°C, bei 40°C Außentemperatur. Schön. Außerdem kostet schwimmen gehen nichts (hier 3$), macht Spaß, ist abkühlend und etwas Sport mache ich noch dazu. Endlich auch mal etwas Oberkörperkraft und nicht immer nur Beinkondition. Außerdem ist die Quelle in einem großen Park, auch schon, da habe ich dann eine lange Wanderung gemacht. Und an die 1.000 Jogger gesehen. Liegt wohl an den ganzen Studenten. Am Eingang des Parks wird umsonst kaltes Wasser in Bechern verteilt. An jeden und von keiner Organisation, einfach von der Stadt.
So Leute, jetzt bin ich gerade in El Paso angekommen und es ist schönes Wetter... Was auch sonst, geregnet hat es seit langem nicht mehr. Das Hostel sieht ganz ok aus, es hat keine Klimaanlage, das macht mir Sorgen, aber nachts ist es recht kühl mittlerweile. Ich bin ja fast in der Wüste. Aber das Hostel liegt 500m von der Grenze zu Mexiko entfernt. Eigentlich wollte ich zwar nicht nach Mexiko, aber der Typ vom Hostel hat extra vorgefertigte Karten von Downtown Juarez, das ist die Stadt gegenüber von El Paso in Mexiko. Downtown ist Touristenzeugs, da ist alles voller Polizei und Militär, aber ich darf nicht außerhalb des Gebietes auf der Karte gehen. Bzw. darf ich alles machen, was ich will, aber der Hostelbesitzer hat mir davon abgeraten. Da sollte ich mich dran halten.

Wenn ich wieder da bin, gibts neue Berichte und Fotos. Ich will nämlich jetzt los.

Übrigens bin ich 14 Stunden unterwegs gewesen und bin immer noch in Texas, ganz schön groß. Und wieder eine Zeitzone weiter, mittlerweile sind es acht Stunden nach D.

 

Chriss

von Chriss
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