Thursday, 29. december 2011
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16:27
Hallo zusammen,
heute mal wieder ein schönes Thema, Rohstoffe.
Seit einigen Jahren ist der "Rohstoffmangel" Thema in allen möglichen Medien. Ganz prominent
natürlich die Seltenen Erden aus China, aber auch alles andere aus dem Rohstoffsektor ist ständig in der Zeitung. Dazu fällt etwas aber immer mehr auf:
Noch öfter, als das Wehklagen über fehlende Rohstoffe finden sich aber Berichte über neue
Rohstofffunde überall in der Welt. Nehmen wir das Diskutieren über den dreckigen Abbau der Ölsande in Kanada mal aus, der schon gefühlte Jahrzehnte dauert, findet z.B. Brasilien rein
zufällig in der Tiefsee immer neue riesige Ölvorkommen. Außerdem ist seit geraumer Zeit klar, dass durch die neuen Bohrtechiken auch Gas aus Schiefergestein gewonnen werden kann und somit das
weltweit vorhandene Gas noch fast so lange reicht, wie die Kohle (naja, fast, auf jeden Fall mehrere hundert Jahre). Und genau das gleiche gilt auch für Öl, wobei die Bohrtechnik für Gas
quasi 1:1 übernommen werden kann. Also ist auch Öl noch hunderte von Jahren da. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass der Ölpreis hoch genug bleibt, wovon ich mal
ausgehe.
Das hört sich jetzt alles sehr wenig nachhaltig an, wenn ich solche Sachen wie die
Umweltverschmutzung durch die Reinigung des Ölsandes, oder die Chemikalien im Schiefergestein oder die Risiken der Tiefseebohrung außer acht lasse. Aber ein Bekannter sagte einmal einen schlauen
Spruch: "Jeder fossile Energieträger auf der Welt wird auch gefördert und genutzt, die Frage ist nur, wie lange das dauert." Deshalb kann man darüber streiten, ob man das eine oder andere
erlaubt, wenn der Preis hoch genug ist und der Rohstoff knapp wird, wird gefördert.
Wenn man die weltweite Abhängigkeit von Öl bedenkt und die Warner und Mahner ernst nimmt, die
immer vor einer Ölknappheit gewant haben, dann müsste einem angst und bange werden und die aktuellen Krisen auf das Öl schieben. Bis vor 10 Jahren war der Preis nämlich noch relativ niedrig. Erst
danach kamen die großen Ausschläge und der Markt wurde volatil. Von den Gründen wollen wir jetzt mal absehen, das würde zu weit gehen und wahrscheinlich würde ich auch falsche Schlüsse ziehen und
sowieso niemals alle Gründe und Zusammenhänge aufführen und erklären können. Ich bezweifel, dass irgendjemand das überhaupt kann...
Auf jeden Fall ist der Ölpreis in den letzten zehn Jahren im Trend gestiegen, trotz einiger
teil heftigen Gegenreaktionen. Im Moment ist er trotz Wirtschaftskrise in USA und der EU bei ca. 100$. Und was ist passiert? Nicht viel.
Aber gehen wir mal von fossilen Energieträgern weg. Es ist doch eine immer wiederkehrende
Situation. Der Preis steigt, und sofort werden überall neue Lagerstätten gefunden. Selbst in Deutschland soll ja im Erzgebirge wieder ernsthafter Bergbau betrieben werden (wieso heißt
das nochmal Erzgebirge?). In Australien scheint man ja nur an einem beliebigen Punkt buddeln zu müssen und den Aushub untersuchen, um danach zu entscheiden, was dort gefördert werden kann.
Genauso scheint es in Brasilien zu sein (wobei da der Regenwald noch stört) sowie in halb Afrika oder Sibirien/Mongolei/Nordchina/USA/Kanada...
All diese Rohstoffkrisen, die immer wieder ausgerufen wurden, haben dazu geführt, dass Preise
gestiegen sind, deshalb sind entweder neue Abbaugebiete erschlossen oder Ersatz entwickelt worden. Natürlich haben da viele Leute Geld mit gewonnen bzw. verloren, aber im Endeffekt ist nicht viel
davon zu spüren gewesen.
Übrigens hat Zypern gerade ein großes Gasfeld gefunden. Deutschland hat riesige Mengen an
Schiefergas (das nur mit viel Chemie und Wasser aus dem Gestein gedrückt werden muss...) und die USA könnte zum Ölexporteur werden.
Das alles natürlich nur zum besseren Verständnis des Rohstoffmarktes, ohne einen Appell oder
sonstiges.
Ein kleineres Thema habe ich dazu noch. Das betrifft in meiner Ausführung hauptsächlich
Deutschland, obwohl es in anderen Ländern ein viel größeres Problem darstellt: Der Flächenverbrauch.
Wie oft sieht man ein neues Baugebiet, egal ob für Privathäuser oder Gewerbe, wo vorher
Feld, Wiese, Wald usw. war? Passiert schon das eine Mal. Aber andersherum: Wie oft sieht man ein Haus/Gebiet/Dorf, das leersteht, abgerissen und der "Natur" zurückgegeben wird? Nie. Das ist
natürlich verständlich. Ein Haus ist immer mehr wert, als die gleiche Fläche an Wald oder Feld. Außerdem stünden die Kosten für den Abriss und die "Renaturierung" in keinem Verhältnis zu dem
Ertrag, den man daraus hat, nämlich gar keinen, außer einer kleinen Fläche neuer Natur. Wer soll das bezahlen? Also wird immer mehr Land verbraucht, obwohl die Bevölkerung sinkt und der
Trend wieder in die Stadt geht. Jedes kleine Windrad hat irgendwo eine neue Straße (oder mindestens einen Weg), andersherum aber nie.
Der Gedanke ist mir gekommen, weil ich vor kurzem im Osten der Republik unterwegs war und dort
viele kleine Dörfer gesehen habe, die alle halb leer und ziemlich verfallen sind. Eigentlich sollte man viele Dörfer kaufen, die bewohner umsiedeln in mindestens Kleinstädte und die Dörfer
komplett abreißen. Aber das ist mit Demokratie und Menschenrechten und Besitztum und vor alem unseren Staatsfinanzen nciht zu machen. Man kann ja nicht einfach Leuten die Häuser wegnehmen und so
etwas würde nur funktionieren, wenn in einem Dorf wirklich alle Häuser aufgekafut würden. Nicht nur wegen Flächenverbrauch, sondern auch wegen der Infrastruktur. Straßen, Strom, Gas (Ab-)wasser,
Versorgung mit allem (Ärzte, Apotheken, normaler Einzelhandel, Büchereien...).
OK, das sollte auch nur ein kleines Thema werden.
Reicht.
Gruß
Chriss